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Kommentar zur Testosteron-Studie

Aus der Traum?

Von Dr. Dagmar Kraus Veröffentlicht:

Seit Urzeiten versuchen Menschen, dem Alterungsprozess zu trotzen. Im Mittelalter empfahl Paracelsus getrocknete Blätter der Christrose für ewige Jugend. Heute gelten Hormone als große Hoffnung.

Nicht mehr, was die Substitution weiblicher Geschlechtshormone in und um die Menopause angeht, da folgte auf den Hype bereits die Ernüchterung. Ältere Herren aber sollen mit einem Quäntchen mehr Testosteron Vitalität und Lebensfreude zurückgewinnen.

Das Plus an Androgenen bringt nicht nur das Sexualleben wieder auf Trab, auch Knochenmasse, Körperzusammensetzung und Kraft erleben jugendlichen Aufwind. Nebenbei schönt der Androgeneinfluss zudem Lipidprofil und Insulinsensitivität. Die nach wie vor ungeklärte kardiovaskuläre Sicherheit schien da wohl eher zweitrangig.

Die Frage danach wird aber lauter gestellt: Denn wie kürzlich im JAMA zu lesen war, goutiert das Herz-Kreislauf-System das künstliche Hormonhoch eventuell nicht wie erhofft, vor allem wenn es schon betagter und mit Vorerkrankungen behaftet ist.

Mit der Substitution stieg das Schlaganfall-, Herzinfarkt- und Sterberisiko. Ob die Hormontherapie der Männer damit dasselbe Schicksal ereilt wie die der Frauen, bleibt abzuwarten. Doch Vorsicht ist schon jetzt geboten!

Lesen Sie dazu auch: US-Studie: Testosteron gefährlich für ältere Männer?

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Kommentare
Franz Schorpp 03.01.201409:33 Uhr

Testosteron gefährlich für ältere Männer?

Ich habe das Klinefelter-Syndrom und werde seit 40 Jahren mit Testosteron behandelt. Wie hoch ist das Risiko bei Klinefelter-Patienten? Außer dem Testo nehme ich keinerlei Medikamente ich bin im 75.Lebensjahr und es geht mir sehr gut.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Schorpp

Irene Gronegger 31.12.201311:16 Uhr

Aus der Traum auch für Frauen?

Was für die gängige Hormonersatztherapie gilt, lässt sich nicht 1:1 auf die Behandlung mit naturidentischem Progesteron und Estriol übertragen. Eher besteht die Hoffnung, dass die Behandlung einer Östrogendominanz mit Progesteron das Krebsrisiko senkt.

Aufgrund einiger Bestseller wird diese Behandlung von Patientinnen stark nachgefragt, und ich fände es gut, wenn man das Thema nicht allein teuren Privatärzten mit Hang zum Anti-Aging-Guru überließe.

Irene Gronegger
Ratgeber-Autorin

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