Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Testosteron-Studie

Aus der Traum?

Von Dr. Dagmar Kraus Veröffentlicht:

Seit Urzeiten versuchen Menschen, dem Alterungsprozess zu trotzen. Im Mittelalter empfahl Paracelsus getrocknete Blätter der Christrose für ewige Jugend. Heute gelten Hormone als große Hoffnung.

Nicht mehr, was die Substitution weiblicher Geschlechtshormone in und um die Menopause angeht, da folgte auf den Hype bereits die Ernüchterung. Ältere Herren aber sollen mit einem Quäntchen mehr Testosteron Vitalität und Lebensfreude zurückgewinnen.

Das Plus an Androgenen bringt nicht nur das Sexualleben wieder auf Trab, auch Knochenmasse, Körperzusammensetzung und Kraft erleben jugendlichen Aufwind. Nebenbei schönt der Androgeneinfluss zudem Lipidprofil und Insulinsensitivität. Die nach wie vor ungeklärte kardiovaskuläre Sicherheit schien da wohl eher zweitrangig.

Die Frage danach wird aber lauter gestellt: Denn wie kürzlich im JAMA zu lesen war, goutiert das Herz-Kreislauf-System das künstliche Hormonhoch eventuell nicht wie erhofft, vor allem wenn es schon betagter und mit Vorerkrankungen behaftet ist.

Mit der Substitution stieg das Schlaganfall-, Herzinfarkt- und Sterberisiko. Ob die Hormontherapie der Männer damit dasselbe Schicksal ereilt wie die der Frauen, bleibt abzuwarten. Doch Vorsicht ist schon jetzt geboten!

Lesen Sie dazu auch: US-Studie: Testosteron gefährlich für ältere Männer?

Mehr zum Thema

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Daten aus Deutschland

Übertherapie mit Schilddrüsenhormon L-Thyroxin hält an

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Franz Schorpp 03.01.201409:33 Uhr

Testosteron gefährlich für ältere Männer?

Ich habe das Klinefelter-Syndrom und werde seit 40 Jahren mit Testosteron behandelt. Wie hoch ist das Risiko bei Klinefelter-Patienten? Außer dem Testo nehme ich keinerlei Medikamente ich bin im 75.Lebensjahr und es geht mir sehr gut.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Schorpp

Irene Gronegger 31.12.201311:16 Uhr

Aus der Traum auch für Frauen?

Was für die gängige Hormonersatztherapie gilt, lässt sich nicht 1:1 auf die Behandlung mit naturidentischem Progesteron und Estriol übertragen. Eher besteht die Hoffnung, dass die Behandlung einer Östrogendominanz mit Progesteron das Krebsrisiko senkt.

Aufgrund einiger Bestseller wird diese Behandlung von Patientinnen stark nachgefragt, und ich fände es gut, wenn man das Thema nicht allein teuren Privatärzten mit Hang zum Anti-Aging-Guru überließe.

Irene Gronegger
Ratgeber-Autorin

Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Lesetipps
Farbige Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule mit einem Kompressionsbruch

© ALAIN POL / Science Photo Library

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert