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Bei HIV-Impfstoff ist Durchbruch noch nicht in Sicht

MÜNCHEN (ple). Die Entwicklung von HIV-Impfstoffen kommt nur schleppend voran. Zwar werden zur Zeit Vakzinen in etwa 60 Studien der Phase 1 oder 2 geprüft, aber es gibt nur zwei große Phase-3-Studien. Auch deutsche Forscher sind an den Entwicklungen beteiligt.

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Hauptproblem der Impfstoffentwicklung ist die hohe Variabilität des Aids-Erregers, wie Dr. Jan van Lunzen aus Hamburg erinnert hat. Sie verhindert, daß eine Vakzine gegen bestimmte Virusstrukturen anhaltend wirksam ist. Eine ideale Vakzine gegen HIV sei ein Impfstoff, der sowohl die Antikörper-Bildung hervorruft als auch die Entstehung einer zellulären Immunität, so van Lunzen bei den 11. Münchner AIDS-Tagen.

Auch deutsche Forscher sind unter anderem an der Erprobung von Impfstoffen gegen HIV beteiligt. Auf dem Aids-Kongreß hat Dr. Michael Hölscher von der Universität München von einem Impfprojekt in Mbeya in Tansania berichtet.

In dem afrikanischen Land wird im April 2006 mit einem neuen Impfstoff eine Studie begonnen. Entwickelt wurde die Vakzine vom Vaccine Research Centre der NIH (National Institutes of Health) in Bethesda in Maryland (wir berichteten).

Sie enthält zum einen mehrere Gene von HIV - nämlich gag, pol, nef und env - und zum anderen ein vermehrungsunfähiges Adenovirus vom Typ 5 als Genfähre (Impfstoff der dritten Generation).

Das Gen env ist in den weltweit wichtigsten HIV-Subtypen A, B und C enthalten und soll eine Immunreaktion gegen die Subtypen induzieren. Hölscher erhofft sich aus der Phase-1/2-Studie bereits erste Hinweise auf eine Schutzwirkung der Vakzine.

Die Studie, an der 1000 Menschen teilnehmen werden, wird von der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Uni München in Mbeya gemacht. Hölscher leitet dort das Medizinische Forschungsprogramm. Der Infektiologe hält es für möglich, daß es in zehn Jahren einen wirksamen Impfstoff gegen HIV gibt, wie er in München sagte.

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