Bei den LDL-Zielen schwächeln Patienten noch

BERLIN (gvg). Noch immer erreichen viele Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko nicht den in den Leitlinien empfohlenen LDL-Zielwert. Vor allem von Diabetikern wird die Grenze von 100 mg/dl selten erreicht.

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Dies belegen Zahlen des 4E-Registers, an dem 4241 Arztpraxen teilgenommen haben. Dr. Anselm Gitt vom Herzzentrum Ludwigshafen hat die Zahlen bei einer vom Unternehmen MSD unterstützten Veranstaltung präsentiert. In dem Register wurde untersucht, wie sich die Teilnahme an einem Lipidregister auf die LDL-Zielwerte bei kardiovaskulären Risikopatienten auswirkt.

"Tatsächlich sank der mittlere LDL-Wert bei Männern von 181 mg/dl auf 130 mg/dl und bei Frauen von 179 mg/dl auf 129 mg/dl", so Gitt in Berlin. Die Quote der kardiovaskulären Hochrisikopatienten allerdings, die den für sie empfohlenen LDL-Zielwert unter 100 mg/dl erreichten, war nach neun Monaten nicht zufrieden stellend. Nur 21 Prozent der Männer und 17 Prozent der Frauen, die im PROCAM-Score ein hohes kardiovaskuläres Risiko hatten, erreichten die 100 mg/dl-Schwelle, von den Diabetikern nur 14 Prozent, so Gitt.

Daten aus dem vom MSD unterstützten DUTY-Register bestätigen diese niedrige Quote. "Von 51053 Patienten mit Diabetes erreichen 16 Prozent ein LDL von unter 100 mg/dl", so Gitt. Zu selten würden noch Konsequenzen aus einer ungenügenden LDL-Senkung gezogen, etwa der Einsatz eines Hemmstoffs der Cholesterinresorption im Darm.

Die Bedeutung der LDL-Senkung bei Diabetikern belegt eine jetzt in "The Lancet" publizierte Metaanalyse (2008, 371, 117). Anhand Daten von knapp 19 000 Diabetikern aus 14 randomisiert-kontrollierten Studien wurde der Effekt einer LDL-Absenkung auf klinische Endpunkte über im Mittel 4,3 Jahren abgeschätzt. Für jede Verringerung des LDL-Cholesterins um 18 mg/dl verringert sich die Gesamtsterberate demnach um 9 Prozent, die kardiovaskuläre Sterberate um signifikante 13 Prozent und die kardiovaskuläre Ereignisrate um signifikante 21 Prozent, unabhängig vom Ausgangswert.

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