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Bei hypertonen Diabetikern ist meist Kombitherapie nötig

MÜNCHEN (wst). Oft wird in der täglichen Praxis bei Diabetikern erst ab Blutdruckwerten über 140/90 mmHg antihypertensiv behandelt. Dabei belegen mehrere Studien, daß Diabetiker bereits ab einem Blutdruck von 130/80 mmHg ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko haben.

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Aufgrund dieser Daten sollte der Blutdruck unbedingt unter dieser Schwelle gehalten werden. Diese in der Praxis noch zu selten umgesetzte Forderung hat Professor Jürgen Scholze von der Berliner Charité auf einem Symposium von Merckle Recordati bei der Jahrestagung des Deutschen Hochdruckliga bekräftigt.

Diabetes und Hypertonie kommen häufig gemeinsam vor, so Scholze. Etwa 50 Prozent aller Diabetiker sind zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Hypertoniker. Sobald ein Diabetes zur Hypertonie hinzukommt, sollte gemäß den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga als Blutdruckhöchstwert nicht 140 / 90 mmHg sondern 130 / 80 mmHg gelten.

Dabei gilt - so lange es der Patient toleriert - je niedriger, desto besser. Denn nach der aktuellen Risikostratifizierung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie ist ein Patient mit Diabetes durch Blutdruckwerte von über 130 / 85 mmHg kardiovaskulär statistisch mindestens so gefährdet wie ein Patient ohne Diabetes und erhöhte Lipide, aber mit Blutdruckwerten über 180 / 110 mmHg.

Um die für Diabetiker geltenden strengeren Blutdruckzielwerte zu erreichen, müsse fast immer auf Kombitherapien gesetzt werden, so Scholze. Dabei seien vorzugsweise sich ergänzende Partner zu wählen, die zuckerstoffwechselneutral sind oder in Studien sogar einen günstigen Einfluß auf die Diabetesentwicklung hatten.

In diesem Sinne Mittel der ersten Wahl sind ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptor-Antagonisten in Kombination mit einem gut verträglichen modernen Kalzium-Antagonisten wie Lercanidipin (Corifeo®), eventuell ergänzt um Hydrochlorothiazid.

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