Der Standpunkt

Beispiellose Erfolgsstory

Die Therapie von Herzkreislaufkranken ist eine Erfolgsgeschichte, die in der Medizin der vergangenen beiden Dekaden ihresgleichen sucht. Doch Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, bleibt nicht, meint Thomas Müller.

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Thomas Müller ist Redakteur für die Fachgebiete Neurologie und Psychiatrie bei Springer Medizin. Schreiben Sie ihm: thomas.mueller@ springer.com

Die Therapie von Herzkreislaufkranken ist eine Erfolgsgeschichte, die in der Medizin der vergangenen beiden Dekaden ihresgleichen sucht.

So wurde in den meisten Industrieländern nicht nur die Herzinfarktrate deutlich reduziert, sondern auch die Rate der Schlaganfälle.

Dies sollte man sich vor Augen führen, wenn es in diesen Tagen heißt, dass der Schlaganfall dabei ist, den Herzinfarkt als häufigste Gefäßerkrankung abzulösen.

Am deutlichsten macht sich der Erfolg bei der Mortalität bemerkbar. Starben 1998 in Deutschland noch knapp 76.000 Menschen am Herzinfarkt, so waren es 2010 noch 55.500 - ein Rückgang um 27 Prozent.

Noch größer ist der Erfolg beim Schlaganfall: An diesem starben 1998 noch 51.700 Menschen, im vergangenen Jahr waren es mit 23.700 weniger als die Hälfte.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen schaffen es Hausärzte und Internisten immer besser, Blutdruck, Blutfette und Diabetes medikamentös in den Griff zu bekommen - das hat eine Studie für Großbritannien jetzt klar festgestellt, in Deutschland dürfte es ähnlich sein.

Zum anderen hat sich die Akutversorgung verbessert: Schlaganfallpatienten kommen schneller in die Klinik und werden dort häufiger in spezialisierten Stroke Units behandelt.

Schließlich - auch das ein Ergebnis der britischen Studie - erhalten inzwischen fast alle Patienten nach dem Insult die empfohlenen Medikamente zur Sekundärprävention.

All das ist aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Die Gesellschaft befindet sich in einer demografischen Umwälzung, der hohe Anteil alter Menschen könnte schon bald wieder zu einem Anstieg bei der Zahl der Schlaganfalltoten führen.

Um dies zu verhindern, sind weitere Anstrengungen nötig. Die Bevölkerung muss noch besser über die Apoplex-Symptome aufgeklärt werden, damit die Betroffenen im Ernstfall keine Zeit verlieren; Risikopatienten mit schlechter Prognose wie Diabetiker brauchen eine noch intensivere Primär- und Sekundärprävention.

Es gibt also genug Möglichkeiten, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

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