Beschichteter Ballonkatheter im Test

MANNHEIM (skh). Zur Behandlung von Patienten mit Restenosen der Koronararterien zeichnet sich eine ganz neue Möglichkeit ab: die Dilatation mit einem beschichteten Ballonkatheter. In einer deutschen Studie war die Restenoserate damit signifikant niedriger als nach konventioneller Ballonangioplastie.

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Die Ergebnisse einer Studie zu dieser neuen Therapie sind auf der Kardiologen-Tagung in Mannheim vorgestellt worden. "Weil sich Wirkstoffe nach Implantation von Arzneimittel-freisetzenden Stents ungleichmäßig und hauptsächlich entlang der Stentstreben verteilen, bleibt die In-Stent-Restenose ein Problem", sagte Privatdozent Bruno Scheller von der Uni-Klinik Homburg/Saar.

Wird dagegen ein Ballonkatheter mit dem Zytostatikum Paclitaxel beschichtet, so könne sich bei der Dilatation der Wirkstoff gleichmäßig verteilen und die Restenoserate könne gesenkt werden, so Scheller, der für die Studie in Mannheim den Andreas-Grüntzig-Forschungspreis 2006 entgegengenommen hat. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Unternehmen Boston Scientific verliehen.

An der multizentrischen, doppelblinden Studie nahmen 52 Patienten mit diffusen In-Stent-Restenosen teil. Die Stenosen waren durchschnittlich 18 mm lang. Sechs Monate nach der einmaligen Behandlung mit dem beschichteten Ballon betrug der mittlere Lumenverlust 0,13 mm bei einer Restenoserate von neun Prozent. Patienten aus der Kontrollgruppe, die mit einem konventionellen Ballon behandelt wurden, hatten einen signifikant höheren Lumenverlust von 0,81 mm, auch die Restenoserate war viel höher: Sie betrug 41 Prozent.

Die Restenoseraten mit der neuen Option sind offenbar auch geringer als bei Arzneimittel-freisetzenden Stents. Denn in früheren Studien hatten sich bei Therapie von Patienten mit In-Stent-Restenosen durch erneute Implantation solcher Stents Restenoseraten zwischen 20 und 40 Prozent ergeben.

Außerdem kann Gefäßen nur eine begrenzte Zahl von Stents implantiert werden. Die Therapie mit dem beschichteten Ballon könne dagegen beliebig oft wiederholt werden, betonte Scheller in Mannheim. Die Ergebnisse seiner Studie sprächen für die Behandlung mit beschichteten Ballons als Alternative zur wiederholten Stent-Implantation, so Scheller.

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