Alte Männer

Beschwerden nicht per se Testosteron-Defizit

Testosterontherapie nur bei Symptomen und gemessenem Mangel, betonen Endokrinologen.

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BOCHUM. Die Position der Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) zur Testosterontherapie ist zurückhaltend. Mit ein Grund sind zwei neuere Publikationen im US-Ärzteblatt JAMA vom November (2013; 310: 1829) und in der Fachzeitschrift PLoS One vom 29. Januar 2014. Beide Studien berichten über vermehrte Herzinfarkte, Schlaganfälle und eine erhöhte Gesamtsterblichkeit bei Männern, die mit Testosteron behandelt wurden.

Ein ursächlicher Zusammenhang sei nicht erwiesen, so die Fachgesellschaft in einer Mitteilung. Diese Studien hätten erhebliche Mängel. Eine Gruppe international renommierter Andrologen und Endokrinologen setze sich sogar dafür ein, dass der JAMA-Artikel zurückgezogen wird.

Derzeit prüfen die US-Arzneibehörde FDA und die europäische EMA den Zusammenhang. Eine laufende Testosterontherapie sollte daher nicht abgebrochen werden, so die DGE.

Voraussetzung für eine Verordnung von Testosteron ist die genaue Erfassung der Symptome, wobei der Libidomangel die zentrale Beschwerde ist. Die DGE rät allen Männern mit verminderter Libido und erektiler Dysfunktion zum Labortest. Dazu gehören auch Männer mit Übergewicht, Hypertonie, erhöhten Blutfetten und Typ-2-Diabetes.

Eine Begleitbehandlung mit Testosteron könne bei diesen Männern eine Potenzstörung lindern. Ein Testosteronpräparat (transdermales Gel oder Spritze) könne zusammen mit Lebensstiländerungen wie Diät und Sport positiv wirken, betont die Fachgesellschaft.

Eine frühzeitige, niedrig dosierte Testosterontherapie könne bei nachgewiesenem Mangel auch der Entwicklung von Typ-2-Diabetes oder koronarer Herzkrankheit entgegen wirken.

Die Hormonpräparate sollten von einem Facharzt verschrieben werden, rät die DGE. Männer mit Prostatakrebs, mit vermehrten Erythrozyten, unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe oder unbehandelter schwerer Herzinsuffizienz dürfen nicht mit Testosteron behandelt werden. (eb)

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