Bessere Prognose bei Myelom mit Bortezomib

DÜSSELDORF (djb). Sprechen Patienten mit Rezidiv eines Multiplem Myeloms mit einer kompletten oder fast kompletten Remission auf den Proteasom-Hemmer Bortezomib an, profitieren sie besonders von dem Therapie-Erfolg. Die Patienten haben einen größeren Nutzen, als die, die nur eine partielle Remission erreichen.

Veröffentlicht:

Wie Dr. Martin Kropff von der Myelomambulanz in Münster berichtet hat, betrug in der APEX*-Studie die behandlungsfreie Zeit bei den Patienten mit kompletter oder fast kompletter Remission 18 Monate. Sie war damit deutlich länger als bei Patienten mit partieller Remission mit 7 Monaten.

Dies habe eine aktuelle Folgeauswertung der Studie ergeben, so Kropff. Komplette Remission bei Myelompatienten bedeutet zum Beispiel, dass das M-Protein (monoklonales Immunglobulin) im Blut und im Urin nicht mehr nachweisbar ist - bestätigt durch den Immunfixationstest. Auch die mediane Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung war bei Verum mit zwölf Monaten länger als in der Vergleichsgruppe mit acht Monaten, sagte Kropff auf der Veranstaltung von Ortho Biotech.

Sterberate ist im Vergleich zum Standard um 41 Prozent niedriger

In der randomisierten APEX-Studie wurde mit Bortezomib (Velcade®) bei zuvor bereits ein- bis dreifach behandelten Myelompatienten ein signifikanter Überlebensvorteil im Vergleich zur Standardtherapie mit hoch dosiertem Dexamethason erzielt: Die Sterberate war, wie berichtet, nach einem Jahr mit Bortezomib um 41 Prozent im Vergleich zu Dexamethason verringert. Die mediane Gesamtüberlebenszeit war mit Bortezomib-Gruppe im Vergleich zu Dexamethason um etwa sechs Monate länger (30 Monate versus 24 Monate).

Beste Remission oft erst nach längerer Therapie

Auch die Ansprechraten - komplettes und partielles Ansprechen - waren mit Bortezomib mit 43 Prozent deutlich höher als mit Dexamethason mit 18 Prozent. 16 Prozent erreichten mit dem Proteasom-Hemmer eine komplette oder nahezu komplette Remission. Diese Patienten profitierten besonders lang von dem erreichten Ansprechen, so Kropff. Viele Patienten erzielten die beste Remission erst nach längerer Therapiedauer, so etwa 20 Prozent erst nach acht Zyklen.

*APEX: Assessment of Proteasome Inhibition for Extending Remissions

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht

Patienten könnten trotzdem profitieren

Studie: Metformin bei metastasiertem Prostatakrebs nicht lebensverlängernd

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert