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US-Studie zu Brustkrebs

Bestrahlung in Bauchlage senkt das Herz-Risiko

Das kardiale Risiko, das sich bei Brustkrebspatientinnen durch die Radiotherapie ergibt, lässt sich erheblich senken, wenn man die Patientin in Bauch- statt in Rückenlage bestrahlt.

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NEW YORK. Eine Radiotherapie bei Brustkrebs kann das Herz schädigen; dies wurde bereits in mehreren Studien postuliert. Erst kürzlich haben Autoren im New England Journal of Medicine den Zusammenhang zwischen der Strahlendosis, die das Herz bei Bestrahlung der Brust abbekommt, und späteren koronaren Ereignissen gezeigt.

Die dieser Studie zugrundeliegenden Daten stammen allerdings aus den Jahren zwischen 1958 und 2001. Man kann davon ausgehen, dass die Strahlentherapie inzwischen sicherer geworden ist.

Ein Team um den Radiologen Dr. David J. Brenner von der Columbia University in New York hat nun für 48 Brustkrebspatientinnen, die nach 2005 bestrahlt wurden, Herzdosis und voraussichtliches Lebenszeitrisiko für einen Myokardinfarkt oder eine Revaskularisierung der Herzkranzgefäße ermittelt (JAMA Internal Medicine 2013, online 28. Oktober).

Beides hängt offenbar nicht nur von der Seite ab, die bestrahlt wird (die linke Brust liegt näher am Herzen), sondern auch von der Lagerung der Patientin während der Radiatio.

Die New Yorker Forscher kamen auf eine durchschnittliche Herzdosis von 1,37 Gy - um ein Drittel weniger als in der Studie mit den älteren Daten. In der üblichen Rückenlage, so Brenner und Kollegen, bekam das Herz der Patientinnen im Schnitt 2,17 Gy ab, wenn die linke Brust bestrahlt wurde, 0,62 Gy bei Bestrahlung der rechten Mamma.

Dagegen sank die Herzdosis zumindest bei Bestrahlung der linken Brust erheblich, nämlich auf 1,3 Gy, wenn man die Patientin in Bauchlage positionierte.

Für die Ermittlung des kardialen Risikos bedienten sich die Forscher einer von Darby et al. entwickelten Formel: R = 0,074 x D x B. D steht dabei für die mittlere Herzdosis in Gray, B ist das individuelle Herzrisiko unabhängig von der Bestrahlung.

Das höchste Radiotherapie-induzierte Risiko ergab sich für die linksseitige Bestrahlung in Rückenlage bei Frauen mit hohem kardialem Risiko, also z.B. Raucherinnen mit hohem Cholesterinspiegel und Hypertonie: Hier stieg die Wahrscheinlichkeit eines koronaren Ereignisses durch die Radiatio um 3,52 Prozent.

Dagegen führte die Lagerung auf dem Bauch bei vergleichbaren Patientinnen zu einem Risikoanstieg um lediglich 1,31 Prozent. Für Frauen mit mittlerem kardialem Risiko sank durch die Umlagerung das zusätzliche Risiko fürs Herz von 0,42 Prozent auf 0,17 Prozent, bei niedrigem Risiko von 0,22 Prozent auf 0,09 Prozent.

Bei Bestrahlung der rechten Brust beeinflusste die Bauchlage das kardiale Risiko dagegen nicht nennenswert. Dies ist nach Brenner nicht erstaunlich, da das Herz hier in jedem Fall außerhalb des Strahlengangs bleibt.

Typischerweise erhöht die Bestrahlung das Lebenszeitrisiko eines koronaren Ereignisses um nicht mehr als 0,3 Prozent, betonte Brenner. Dies ist in aller Regel kein Argument gegen eine Strahlentherapie bei Brustkrebs. (eo)

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