Direkt zum Inhaltsbereich

Bewusstseins-Test bei Koma-Patienten: Mit Namen ansprechen

PRAG (eb). Koma-Patienten mit ihrem Namen anzusprechen ist eine effektive Methode zur Beurteilung ihrer Bewusstseinsfunktionen.

Veröffentlicht:

 Es ruft im sichtbaren Verhalten und in den messbaren Gehirnaktivitäten Reaktionen hervor, die bei weniger persönlichen Reizen ausbleiben. So könnten sich Hinweise für Rehabilitation, Prognose und Behandlung ergeben, berichten Forscher auf dem Europäischen Neurologenkongress (ENS) in Prag.

Schätzungen zufolge gibt es in der EU 33.000 bis 72.000 Patienten im Zustand der Wachheit ohne Kontaktaufnahme.

Die Reaktion auf den eigenen Namen scheine dem ‚Cocktail-Party-Effekt‘ zu entsprechen: Fällt er in einem Wirrwarr von Stimmen, wird man sofort aufmerksam, wird Professor Gustave Moonen aus Lüttich in einer ENS-Mitteilung zitiert.

Hörende Bewusstsein kann offenbar ab- und auftauchen

Tests zufolge wird durch den eigenen Namen ein mediales präfrontales Gehirnareal aktiviert, und zwar mit schwindendem Bewusstsein immer weniger.

In einer Studie zeigte sich: Wie stark der eigene Name bei Koma-Patienten das Hörzentrum des Gehirns aktiviert, stellt einen Indikator für die Rehabilitationschancen dar.

Jedoch bestehen enorme Abweichungen der erregten Gehirnregionen zwischen den Scan-Zeitpunkten: Das hörende Bewusstsein kann offensichtlich abdriften und wieder auftauchen, muss folglich öfter untersucht werden.

In einer Studie reagierten 34 von 86 Koma-Patienten mit Augen- oder Kopfbewegungen auf ihren Namen, nur 20 auf einen Glockenklang.

Von 30 Patienten, die mit ihrem Namen angesprochen und aufgefordert wurden, die Hand zu heben, zeigte sich in einem weiteren Test bei immerhin fünf, davon zwei im vegetativen Zustand Geglaubten, im fMRI-Scan eine Aktivierung im motorischen Kortex.

Auch über die spontanen Fluktuationen der Aktivität in der Hörrinde lassen sich Bewusstseinspotenziale messen: Etwa alle 20 Sekunden schaltet sie von Außen- auf Innenreize um.

Bei Gesunden fällt der Unterschied stark aus, nimmt aber mit steigender Sedierung oder schwindendem Bewusstsein ab (ENS Abstracts O 236; O 239, O 253, P 397).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Lesetipps
Patient vor der CT-Untersuchung der Lunge.

© jovannig / stock.adobe.com

Telemedizin für Prävention

Lungenkrebs-Screening: Das Münsterland zeigt, wie es funktionieren kann

Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren