Epidemie

Bis Jahresende rund 600.000 Cholera-Fälle im Jemen befürchtet

Veröffentlicht:

GENF/SANAA. Im Bürgerkriegsland Jemen wird sich die Cholera-Epidemie nach Einschätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) noch deutlich ausweiten. Bis Jahresende seien rund 600.000 Cholera-Kranke zu befürchten, erklärte IKRK-Präsident Peter Maurer am Wochenende. Er wollte sich bei einem mehrtägigen Aufenthalt im Jemen selbst ein Bild von der Lage machen. "Die große Tragödie ist, dass es sich um eine vermeidbare, von Menschen gemachte humanitäre Katastrophe handelt", so Maurer. Durch den Krieg seien die zivile Infrastruktur und das Gesundheitssystem in weiten Teilen zerstört worden. Auch Krankheiten wie Dengue-Fieber und Malaria könnten deshalb meist nicht mehr behandelt werden. Die Kriegsparteien müssten den Import von Medizin und Nahrungsmitteln erleichtern. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in den vergangenen drei Monaten im Jemen rund 362.000 Menschen an Cholera erkrankt. Mehr als 1800 sind gestorben. Cholera wird von Bakterien verursacht, ruft starken Durchfall und Erbrechen hervor und ist besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensbedrohlich. Im Jemen kämpft die vom sunnitischen Saudi-Arabien unterstützte Regierung gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die ihrerseits wohl Hilfe vom Iran erhalten.(dpa)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Sozialgericht München

Virologe Drosten muss Gutachten zu möglichen Corona-Impfschäden erstellen

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Horst Grünwoldt 25.07.201712:09 Uhr

Cholera

Zivilisatorisch ist es eine menschliche Schande, dass im 21. Jahrhundert immer noch Cholera-Opfer in so großer Zahl zu beklagen sind!
Auch im Jemen, -wie in jedem Dritteweltland-, müßten doch inzwischen Basis-Gesundheits-Dienste flächendeckend als sog. health-points oder Infermeries in landesweiter Verteilung vorhanden sein.
Und für die Behandlung Cholera-Kranker braucht es ja in der Ersten Hilfe nicht mehr als bakterien-gefiltertes Wasser, um die berühmte heilsame Kochsalz-Zucker-Trinklösung lokal herzustellen...
Dafür müßten doch die WHO und die reichen Länder der Weltgemeinschaft, eigentlich schon präventiv und relativ billig sorgen können.
Letztlich bleibt die Cholera-Prophylaxe seit unserem ruhmreichen Robert Koch immer eine infrastrukturelle Frage mangelnder Trinkwasser- und Abwasser-Hygiene!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kardiovaskuläres Risiko

Wann die Lipoprotein(a)-Messung wirklich sinnvoll ist

Krebsprävention

HPV und seine Folgen: Mit diesen Antworten beruhigen Sie Patienten

Lesetipps
Drei Inhalationssysteme nebeneinander: Soft-Mist-Inhalator, Pulverinhalator und Dosieraerosol.

© zhennyzhenny / stock.adobe.com

Klimabewusste Inhalationstherapie

COPD: LAMA-LABA-Inhalatoren im Vergleich