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Botanisches Kleinod im Herzen von London

LONDON (ug). Eines der best gehüteten Geheimnisse Londons ist der "Chelsea Physic Garden". Diese 1,5 Hektar große Oase an der Themse ist der älteste botanische Garten Londons - zu sehen sind dort über 5000 Heilpflanzen aus aller Welt.

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1673 hat die "Society of Apothecaries of London", die Londoner Apotheker-Vereinigung, den Garten gegründet. Angehende Apotheker sollten dort alles über Anbau und Gebrauch von Heilpflanzen lernen können. Das Wort "physic" stand damals für alles Natürliche und Nicht-Metaphysische. Heute bedeutet es nach dem "Oxford English Dictionary" "medizinische Droge", aber auch "Heilkunst". Der Wortstamm findet sich im englischen Wort für Arzt, "physician".

Der Garten ist noch nach Plänen aus dem 17. Jahrhundert in Quadranten geteilt, die unter bestimmten Themen stehen. Im "Pharmazeutischen Garten" sind die Beete medizinischen Fachgebieten zugeordnet. Hier wachsen Heilpflanzen, die therapeutische Inhaltsstoffe enthalten. Oft sind dieselben Pflanzen in verschiedenen Beeten zu finden. Die Saat-Gerste (Hordeum vulgare) ist beispielsweise in den Abteilungen "Analgesie/Anästhesie" und "Dermatologie" zu finden. Sie enthält das Lokalanästhetikum Lignocain und sie wirkt hautschützend.

Im Pharmazeutischen Garten gibt es außerdem Pflanzen wie Catharanthus roseus (Madagaskar Immergrün), dessen Alkaloide gegen Leukämie genützt werden, Filipendula ulmaria (Mädesüß), aus der 1835 erstmals Salizylsäure gewonnen wurde, und natürlich Fingerhut-Arten wie Digitalis lanata (Wolliger Fingerhut), dessen Blätter herzstärkendes Digoxin enthalten.

1993 wurde im Chelsea Physic Garden der "Garden of World Medicine", der Garten der Weltmedizin, angelegt. Er ist Teil eines Ethnomedizin-Projektes. Dort wachsen Heilpflanzen aus allen Teilen der Welt, darunter auch Artemisia annua, ein chinesischer Beifuß, der vor wenigen Jahren die Tropenmedizin revolutioniert hat.

Denn aus den Blättern wird die Antimalaria-Substanz Artemisinin extrahiert. Für Ärzte und alle, die sich für Pflanzentherapie interessieren, ist der Garten somit eine Fundgrube. Aber auch historisch Interessierte kommen auf ihre Kosten, denn es gibt einen "History Walk", der Pflanzen zeigt, die etwa Joseph Banks von seiner Weltumsegelung mit James Cook im 18. Jahrhundert mitgebracht hat.

Mehr dazu im Internet unter www.chelseaphysicgarden.co.uk

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