Carvedilol punktet bei Diabetikern

NEW ORLEANS (ob). Ungeachtet der günstigen Wirkung von Betablockern auf Morbidität und Mortalität stehen viele Ärzte der Behandlung von Diabetikern mit diesen Substanzen skeptisch gegenüber. Grund ist ihr vermeintlich ungünstiger Einfluß auf Glukose- und Lipidmetabolismus. Zumindest im Falle des Betablockers Carvedilol scheint diese Skepsis unbegründet zu sein.

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Ein Team um Professor George L. Bakris aus Chicago hat jetzt erstmals in einer Studie die metabolischen Effekte zweier Betablocker bei Diabetikern mit Hypertonie verglichen, die alle gleichzeitig einen ACE-Hemmer oder Angiotensinblocker erhielten.

1235 Patienten erhielten in der GEMINI-Studie (Glycemic Effects in Diabetes mellitus: Carvedilol-Metoprolol Comparison in Hypertensives) mindestens fünf Monate lang Carvedilol oder Metoprololtartrat. Das Interesse der Forscher galt dabei besonders dem Einfluß beider Blutdrucksenker auf den bei Diabetikern wichtigen Stoffwechselparameter HbA1c. Zu Beginn lag der HbA1c-Wert in Schnitt bei 7,2 Prozent.

Die Therapie mit Carvedilol hatte praktisch keine Veränderung dieses Glykämie-Parameters zur Folge (plus  0,02 Prozent). Metoprololtartrat bewirkte dagegen eine HbA1c-Zunahme um 0,15 Prozent. Dieser Unterschied war signifikant, berichtete Bakris in New Orleans (auch JAMA 18, 2004, 2227).

Auch der Unterschied im Einfluß auf die Insulinsensitivität, die durch Carvedilol verbessert und durch Metoprololtartrat nicht verändert wurde, war signifikant. Die Veränderungen der Insulinsensitivität korrelierten eng mit den Veränderungen des HbA1c-Wertes.

Beide Betablocker senkten den Blutdruck gleich effizient. Dennoch entwickelten mit Carvedilol signifikant weniger Diabetiker eine Mikroalbuminurie als mit Metoprolol. Und noch ein Unterschied: Im Hinblick auf die Gewichtszunahme schnitt die Carvedilol-Gruppe besser ab als die Vergleichsgruppe (plus  0,2 kg versus plus  1,2 kg ).

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