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Kommentar zu Krebs und Komplementärmedizin

Chancen besser nutzen!

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:

In Deutschland nutzen bis zu 70 Prozent der Frauen mit Brustkrebs Verfahren der komplementären und alternativen Medizin (CAM). 93 Prozent würden gerne schon zu Therapiebeginn mehr darüber erfahren, was sie zusätzlich tun können, um die Heilung zu fördern oder besser mit der Krankheit zu leben.

Doch mit ihren Onkologen und Gynäkologen kommen solche Gespräche nur selten zustande, wie eine Studie der Universität Freiburg ergab. Die meisten suchen Rat bei Freunden oder in der Familie.

Warum wird die Chance für eine umfassende Beratung nicht besser genutzt? Sie böte auch die Möglichkeit, vor eventuellen Gefahren komplementärer und alternativer Methoden zu warnen, bevor die Frauen Wunderheilern und Voodoo-Künstlern ins Netz gehen. Voraussetzung wäre natürlich eine gewisse Offenheit eingefleischter Schulmediziner für die sachliche Auseinandersetzung mit möglichen Begleittherapien.

Der Gewinn läge auf beiden Seiten: Eine Beratung, die außer Chemotherapie, Bestrahlung und Op auch auf individuelle Informationsbedürfnisse eingeht, stärkt nicht nur die Autonomie der Patientinnen, sondern auch deren Vertrauen in den behandelnden Arzt. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das Problem erkannt: Die "Leitlinie Komplementärmedizin" ist auf dem Weg.

Lesen Sie dazu auch: Brustkrebs-Patientinnen: Viele wollen komplementäre Therapien

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