Prävention und Früherkennung

Checks und gesundes Verhalten senken das Risiko

Aller guten Dinge sind drei - auch in der Vorsorge. Gesunde Ernährung, günstige Lebensgewohnheiten und regelmäßige Untersuchungen sind die Bausteine der Prävention. Wie oft welcher Check nötig ist, richtet sich nach Familienanamnese und Begleiterkrankung.

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Sportliche Menschen haben ein verringertes Darmkrebsrisiko - offenbar weil Bewegung Darmtätigkeit und Immunsystem anregt.

Sportliche Menschen haben ein verringertes Darmkrebsrisiko - offenbar weil Bewegung Darmtätigkeit und Immunsystem anregt.

© Foto: Dobromil Nosek www.fotolia.de

Zur Vorbeugung von Kolonkarzinomen empfehlen Ärzte am besten einen Drei-Punkte-Plan:

  • Gesunde Ernährung: wenig Schweine- und Rindfleisch, reichlich Vitamine und Ballaststoffe mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Einer großen Studie zufolge senkt eine Erhöhung der Ballaststoffzufuhr von 15 g auf 35 g täglich das Darmkrebsrisiko um 40 Prozent. Diese meist unverdaulichen Nahrungsbestandteile beschleunigen die Darmpassage und verkürzen so die Einwirkzeit von Schadstoffen. Keine gesicherten Daten gibt es zu Vitamin- oder Mineraltabletten. ASS jedoch könnte einen Schutzeffekt haben: Nach einer Studie mit über 50 000 Teilnehmern sinkt das Darmkrebsrisiko bei Männern, die wöchentlich 160 bis 500 mg einnehmen, um sechs Prozent.
  • Günstiger Lebensstil: nicht rauchen, kein Übergewicht, wenig Alkohol und vor allem Bewegung. Wer vier- bis fünfmal pro Woche eine halbe Stunde Sport treibt, hat ein bis zu 50 Prozent geringeres Darmkrebsrisiko als Faulpelze. Sport regt die Darmtätigkeit an sowie die Immunabwehr, die Krebszellen vernichtet.
  • Teilnahme an der Vorsorge: Den Menschen mit normalem Risiko - ohne Darmkrebs in der Familie - zahlen die Kassen jährlich von 50 bis 54 Jahren einen Guajak-Test auf verborgenes Blut im Stuhl (etwa Haemoccult®, hemoCare, hemo FEC®). Grundlage ist, dass Polypen und Karzinome öfter bluten als gesunde Mukosa. Bei einmaliger Anwendung wird ein Drittel der Wucherungen erkannt. Bei jährlichen Tests steigt diese Rate. Ab dem 55. Geburtstag sowie zehn Jahre später kommen die Kassen für eine Koloskopie auf. Als Alternative bieten sie jedes zweite Jahr einen Guajak-Test.

Bei Risikopatienten übernimmt die GKV ein individuell zugeschnittenes Untersuchungsprogramm. So stammt gut ein Fünftel der Darmkrebspatienten aus Familien, in denen die Krankheit gehäuft auftritt, ohne dass die genetischen Ursachen geklärt sind. Praktisch bedeutet das: Ist ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister, Kinder) an Darmkrebs erkrankt oder wurde bei ihm ein Polyp oder Adenom nachgewiesen, sollten Angehörige zehn Jahre vor dem Alter, an dem das Ereignis aufgetreten ist, eine Koloskopie machen lassen, spätestens aber mit 50 Jahren.

Bei knapp einem Zehntel der Patienten liegt erblicher Krebs vor, der sich mit Gentests nachweisen lässt. Sind mindestens drei direkte Verwandte an Darm-, Magen- oder Gebärmutterkarzinomen erkrankt, dann gilt: Bei den Familienmitgliedern sind ab 25 Jahren Darmspiegelungen in regelmäßigen Abständen angezeigt. Außerdem sollten sie zur humangenetischen Beratung gehen.

Ebenfalls erhöht, und zwar bis zum Dreifachen, ist das Darmkrebsrisiko bei Typ-2-Diabetikern mit Insulintherapie. Grund: Das Hormon fördert die Zellproliferation. Diesen Patienten wird daher vor Beginn der Insulin-Injektionen eine Koloskopie empfohlen, danach alle fünf Jahre.

Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) erkranken sechsmal öfter an Darmkrebs als Menschen ohne entzündliche Darmkrankheit. Gemäß den Leitlinien übernehmen die Kassen bei ausgedehnter CU, die seit mindestens acht Jahren besteht, alle ein bis zwei Jahre eine Koloskopie mit je 40 bis 50 Biopsien. Schutz bietet hier die tägliche Einnahme von Mesalazin: Im Vergleich zu keiner oder unregelmäßiger Aminosalizylat-Therapie ist die Wahrscheinlichkeit von Darmkrebs etwa halb so groß. (ars)

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