Schlaganfall

Citicholin ist jetzt im Test zur Neuroprotektion

LEIPZIG (gvg). Bislang gibt es keine gut wirksamen Medikamente zur Neuroprotektion für Patienten nach einem Schlaganfall. Forscher hoffen, mit der Substanz Citicholin einen Schritt weiter zu kommen. Das Präparat wird gerade in einer Phase-III-Studie geprüft.

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Die Grundidee der Neuroprotektion beim Schlaganfall besteht darin, die Penumbra zu retten. Das sind jene um den eigentlichen Infarktkern herum angesiedelten Nervenzellen, die in den ersten Stunden bis Tagen nach einem akuten ischämischen Schlaganfall zwar geschädigt, aber noch nicht abgestorben sind.

Das Problem von vielen bisher untersuchten neuroprotektiven Substanzen sei gewesen, dass sie meist außer nützlichen auch schädliche Effekte auf die Nervenzellen gehabt hatten, sagte Professor Joachim Röther vom Klinikum Minden bei der Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin (ANIM) in Leipzig. Auch seien die Schlaganfallpatienten in vielen Neuroprotektiva-Studien nicht optimal ausgewählt worden.

"Patienten mit lakunären Infarkten und mit Infarkten im Stromgebiet der Arteria vertebralis sind wahrscheinlich nicht so geeignet für eine Neuroprotektion. Auch ist ein früher Therapiebeginn wichtig", so Röther bei einer von Trommsdorff unterstützten Veranstaltung. Bei der Auswahl des Neuroprotektivums plädiert Röther für Substanzen, die auf mehreren Ebenen wirken, da es beim Schlaganfall zahlreiche Wege der Zellschädigung gebe.

Günstig beurteilte Röther eine neue Strategie der Neuroprotektion: die orale Einnahme von CDP-Cholin (Citicholin). Die in Deutschland zur ergänzenden bilanzierten Diät verwendete Substanz scheine sowohl in der Akutphase bei Schlaganfall zu wirken als auch während der anschließenden Regeneration.

CDP-Cholin führte in mehreren kleinen Studien zu einer Verkleinerung des Infarktvolumens und zu einer Verbesserung des neurologischen Defizits. Derzeit wird es in der internationalen Phase-III-Studie ICTUS (International Citicholin Trial in Acute Stroke) evaluiert.

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