Darmkranke profitieren von Eisen-Injektionen

HANNOVER (grue). Jeder zweite bis dritte Patient mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) hat eine Anämie. Eine Option ist die intravenöse Injektion von Eisen. Diese Therapieform wirkt im Vergleich zu oralen Eisensubstitution schneller und ist besser verträglich.

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Häufigste Ursache der Anämie bei CED ist ein Eisenmangel, meist bedingt durch gastrointestinalen Blutverlust. Daran hat Dr. Oliver Bachmann von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) auf einer von der Falk Foundation unterstützten Veranstaltung in der MHH erinnert. Eine weitere Ursache der Anämie: Chronische Entzündungen führen ja zu einer Verschiebung des Eisens in die Eisenspeicher, so daß im Knochenmarkt nicht genug Eisen für die Hämatopoese verfügbar ist.

Bei Hämoglobin-Spiegeln unter 12 g / dl ist bei CED eine Eisensubstitution nötig. Am einfachsten sei die Therapie mit Tabletten (100 mg Eisen täglich). "Davon werden aber nur acht Prozent resorbiert, und die Verträglichkeit der Präparate ist nicht besonders gut", sagte Bachmann. Besonders bei aktiver Entzündung könne eine orale Eisentherapie die Beschwerden verstärken und zu Durchfällen führen.

"Eine sichere, effektive und besser verträgliche Alternative ist intravenöses Eisensaccharat", so Bachmann. Solche Mittel werden bei einem Hb zwischen 10 und 12 mg / dl in Dosierungen von 200 bis 300 mg pro Woche injiziert. Ziel ist ein Anstieg des Hb-Wertes innerhalb von vier Wochen um mindestens 2 g/dl. In einer Studie mit 46 anämischen CED-Kranken waren wöchentliche i.v.-Eiseninjektionen ebenso wirksam wie eine orale Eisensulfat-Therapie.

Bei einem Hb-Wert unter 10 mg / dl werden bis zu 500 mg Eisen i.v. wöchentlich empfohlen. Wird damit der angestrebte Hb-Anstieg nach vier Wochen nicht erreicht, sollte zusätzlich Erythropoetin gegeben werden, empfahl Bachmann. Die i.v.-Eisentherapie wirke bei 80 Prozent der anämischen CED-Patienten gut.

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