Darmkrebsmonat März

Darmkrebs - eine Frage von Besitz und Bildung

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Armut und mangelnde Bildung sind Risikofaktoren für ein kolorektales Karzinom. Vor allem Tumoren des Rektums und des linken Kolons treten bei sozial deprivierten Menschen häufiger auf.

MÜNCHEN (BS). Der Zusammenhang zwischen sozialem Status und Krebsrisiko besteht auch dann, wenn bekannte Risikofaktoren für ein kolorektales Karzinom (KRK) mit in Betracht gezogen werden.

Das zeigt eine prospektive US-Studie, in der über 500.000 Männer und Frauen, die 1995 / 96 zwischen 50 und 71 Jahre alt waren, mehr als zehn Jahre lang beobachtet wurden (Cancer. 2012 Jan 03; Epub ahead of print).

Die Beurteilung ihres sozioökonomischen Standes erfolgte zum einen anhand von Selbstauskünften zum Bildungsweg und zum anderen auf der Basis von Zensusdaten zu ihrem Wohngebiet. Um individuelle Risikofaktoren einschätzen zu können, wurden die Teilnehmer mehrfach detailliert zu ihrem Gesundheitsverhalten und ihrer Familienanamnese abgefragt.

Neu aufgetretene Fälle eines kolorektalen Karzinoms wurden anhand eines Tumorregisters festgestellt.

Im Beobachtungszeitraum wurden bei 7676 Studienteilnehmern primäre invasive kolorektale Adenokarzinome diagnostiziert, davon 46,6 Prozent im rechten und 26,7 Prozent im linken Kolon und 25,9 Prozent im Rektum (bei 0,8 Prozent fehlte eine Angabe).

Verarmte Nachbarschaft erhöht KRK-Risiko

Die KRK-Inzidenz war umso höher, je geringer der Bildungsgrad der Teilnehmer und je weniger privilegiert ihre Nachbarschaft war. Wer weniger als zwölf Jahre eine Schule besucht hatte, dessen KRK-Risiko lag (nach Adjustierung anderer Risikofaktoren) um 19 Prozent höher als das von Personen mit einem akademischen Titel.

Eine verarmte Nachbarschaft erhöhte das KRK-Risiko im Vergleich zu einem Luxusviertel um 16 Prozent.

Allerdings wurden bei sozial Schwächeren nur Karzinome des Rektums und des linken Kolons vermehrt diagnostiziert. In Bezug auf proximale Karzinome erwiesen sich die verschiedenen Gesellschaftsschichten als gleichgestellt.

 Möglicherweise sind Unterschiede in der Karzinogenese in rechtem und linkem Kolon für die lokale Differenz verantwortlich, so die Vermutung der US-amerikanischen Studienautoren.

Zudem könne die geringere Inanspruchnahme der Früherkennung bei sozial unterprivilegierten Gruppen dazu beitragen, weil bei der Koloskopie vor allem Tumoren des Rektums und des linken Kolons entdeckt werden.

Quelle: www.springermedizin.de

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