Vogelgrippe

Das Vogelgrippe-Virus bereitet Forschern neue Sorgen

AUSTIN/SURABAYA (mut). Das Vogelgrippe-Virus hält Forscher weiter in Atem: In einem Labor in den USA kam es zu einem Unfall mit einem gentechnisch veränderten Influenza-Virus. Dabei erkrankte aber niemand. In Asien ist H5N1 auch zunehmend eine Gefahr für Katzen. Etwa 20 Prozent sind infiziert.

Veröffentlicht: 29.01.2007, 08:00 Uhr

Nach einem Protokoll, das dem Sunshine-Projekt vorliegt, einer Organisation von Biowaffen-Kritikern, kam es bereits im April 2006 zu einem Zwischenfall in einem Labor der Universität in Austin in Texas. Dort arbeiteten Forscher an einem humanen H3N2-Influenza-Virus, welches auch Gene des hochpathogenen H5N1-Vogelgrippe-Virus enthielt.

Mit solchen Hybrid-Viren soll etwa geklärt werden, ob Kreuzungen zwischen Vogelgrippe- und Humaninfluenza-Viren, wie sie auch in der Natur geschehen können, für Menschen gefährlich sind. Kritiker wie das Sunshine-Projekt werfen den Forschern jedoch vor, sie züchten Viren, die bei einem Unfall eine Pandemie auslösen können.

Der Vorfall ereignet sich, als ein Forscher die genetisch manipulierten Viren zentrifugieren wollte. Er verwendete ein falsches Zentrifugen-Röhrchen, dieses zerbrach, als die Zentrifuge lief. Statt 30 Minuten zu warten, bis sich das Viren-Aerosol in der geschlossenen Zentrifuge gesetzt hatte, öffnete er das Gerät und kontaminierte das Labor. Der Forscher hatte einen Hochsicherheits-Schutzanzug an.

Dennoch wurde er prophylaktisch mit Oseltamivir behandelt. Eine Gefährdung der Öffentlichkeit habe nicht bestanden, heißt es in dem Unfallprotokoll. Das Sunshine-Projekt sieht in dem Vorfall jedoch einen Beleg, dass die Forschung mit solchen Viren nicht sicher ist. Zu sehen ist das jetzt veröffentlichte Protokoll bei www.sunshine-project.org.

Ein anderes Problem zeichnet sich in Indonesien ab. In Vogelgrippe-Infektionsgebieten konnten Forscher der Universität in Surabaya bei 20 Prozent der Katzen Antikörper gegen das H5N1-Virus nachweisen. Zudem gibt es immer wieder Berichte über ein Katzensterben, teilt das Magazin "New Scientist" in seiner Online-Ausgabe mit.

Befürchtet wird, dass sich das Virus über eine Verbreitung bei Katzen an Säugetiere anpasst und somit neue Stämme bildet, die auch auf Menschen übertragbar sind. Noch infizieren sich Katzen jedoch kaum untereinander, sondern indem sie kranke oder tote Vögel fressen.

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden