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Dasatinib bremst Tumor auf zweifache Weise

LEIPZIG (gvg). Der Tyrosinkinase-Hemmer Dasatinib hilft Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) - auch dann noch, wenn sie auf eine Imatinib-Therapie nicht mehr ansprechen.

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"Die mit Imatinib erreichbaren Remissionen sind in der fortgeschrittenen Phase der CML nur von begrenzter Dauer", sagte Dr. Nikolas von Bubnoff bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie in Leipzig. Der Grund: Bei CML-Patienten können sich im Laufe der Therapie Resistenzen gegen Imatinib entwickeln.

Kreuzresistenzen nur bei wenigen Patienten

Der Onkologe vom Klinikum rechts der Isar begrüßte deswegen, dass mit Dasatinib (Sprycel™) jetzt eine neue Option für diese Patienten zur Verfügung steht. Die Substanz besetzt an der für die Wirkung der Tyrosinkinase-Hemmstoffe bei CML entscheidenden Tyrosinkinase Bcr-abl eine andere Bindungsstelle als Imatinib. Deshalb könne Dasatinib praktisch alle Imatinib-Resistenzen durchbrechen. Kreuzresistenzen gebe es lediglich bei einigen wenigen Patienten.

Leukozytenzahl wird meist normalisiert

Dies spiegelt sich auch in den klinischen Ergebnissen wider, hat Professor Andreas Hochhaus von der Universität Heidelberg berichtet. So wurde in einer randomisierten Phase-II-Studie bei 387 Patienten mit chronisch-progredienter CML durch Imatinib bei 90 Prozent der Patienten hämatologisches Ansprechen erreicht, also eine Normalisierung der Leukozytenzahl. Günstig bewertete von Bubnoff auch Laborexperimente, in denen geprüft wurde, wie wahrscheinlich die Resistenz-Entwicklung bei Dasatinib ist.

Der Hemmstoff sei Imatinib dabei deutlich überlegen, so von Bubnoff auf der von Bristol Myers-Squibb unterstützten Veranstaltung. Einer der Gründe dafür könnte sein, dass Dasatinib außer der Bcr-abl-Tyrosinkinase auch noch die Src-Tyrosinkinase hemmt. Dieses Enzym ist ebenfalls an der Progression der chronischen myeloischen Leukämie beteiligt. Dasatinib bremst den Tumor also von zwei Seiten aus.

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