Bluthochdruck

"Der XXL-Hypertoniker ist heute keine Ausnahme mehr"

KÖLN (sir). Hypertonie und Adipositas kommen häufig gemeinsam vor. Dann ist es wichtig, bei der medikamentösen Blutdrucksenkung auch die anderen Faktoren des metabolischen Syndroms nicht zu verschlechtern, sondern möglichst zu verbessern. Gut abgeschnitten haben in dieser Hinsicht Sartane und speziell Telmisartan.

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"Die Hälfte aller Deutschen ist übergewichtig, jeder Fünfte ist adipös", konstatierte Professor Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln. Da auch die Prävalenz der Hypertonie sehr hoch sei, sei es kein Zufall, dass beide Erkrankungen oft gemeinsam vorkommen. "Der XXL-Hypertoniker ist heute keine Ausnahme, sondern eher die Regel", so Predel bei einer Veranstaltung von Bayer.

Der Internist und Sportmediziner betonte, jeder dieser "XXL-Hypertoniker" sei ein kardiovaskulärer Hochrisikopatient und brauche ein striktes Risikomanagement. Es sei - unabhängig vom Vorliegen eines Diabetes - ein Blutdruck-Zielwert von 130/80 mmHg anzustreben. Die Basis sollten Lifestyle-Modifikationen sein. Predel hob vor allem den Wert der körperlichen Bewegung hervor.

Leitlinien berücksichtigen jetzt adipöse Hypertoniker

"Die Pharmakotherapie der XXL-Hypertoniker sollte die kürzlich überarbeiteten Leitlinien der European Society of Cardiology berücksichtigen", forderte Predel, "also eine starke Blutdrucksenkung bei guter Verträglichkeit, Stoffwechselneutralität zur Prävention des Typ-2-Diabetes, eine Verringerung der linksventrikulären Hypertrophie sowie eine Prävention des Vorhofflimmerns." Es dürften nicht andere Risikofaktoren zu Gunsten der Blutdrucksenkung vernachlässigt werden.

In einer retrospektiven Meta-Analyse an mehr als 140 000 Hypertonie-Patienten hat sich nach Angaben von Predel erwiesen, dass Diuretika und Betablocker bei der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes signifikant schlechter abschneiden als ACE-Hemmer und Sartane. Speziell für Telmisartan (vom Unternehmen als Kinzalmono® angeboten) seien außerdem günstige Effekte nicht nur auf die Insulinresistenz und Glukosetoleranz, sondern auch auf das Lipidprofil und die linksventrikuläre Hypertrophie belegt worden.

Günstiger Effekt beim metabolischen Syndrom

Schließlich präsentierte Predel die Daten einer Vergleichsstudie zwischen Telmisartan und Amlodipin an insgesamt 57 Hypertonikern mit metabolischem Syndrom: "Nach 24 Wochen hatte sich der durchschnittliche Bauchumfang der Patienten in der Telmisartan-Gruppe um 5 cm verringert, in der Amlodipin-Gruppe dagegen um 3 cm erhöht", so Predel, "dies legt nahe, dass Telmisartan das viszerale Fett reduzieren kann."

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