Direkt zum Inhaltsbereich

Deutliche Gewichtsabnahme durch Rimonabant

MÜNCHEN (Rö). Von einem neuen Hemmstoff des endogenen Cannabinoid-Rezeptors Typ 1 (CB1) profitieren übergewichtige Menschen zusätzlich zu einer Diät mehrfach. Nach den Ein-Jahres-Daten der Rimonabant in Obesity (RIO-Europe)-Studie nehmen die Patienten damit im Vergleich zu Placebo signifikant ab. Der Bauchumfang verringert sich. Zudem werden Lipid- und glykämische Blutwerte besser.

Veröffentlicht:

Die Ein-Jahres-Daten der auf zwei Jahre angelegten Studie mit Rimonabant sind beim Europäischen Kardiologie-Kongreß in München vorgestellt worden. In die kontrollierte Doppelblindstudie sind nach Angaben von Professor Luc van Gaal von der Universitätsklinik in Antwerpen in Belgien 1507 Patienten mit Adipositas oder Übergewicht und kardiovaskulären Risikofaktoren aufgenommen worden. Etwa je 600 Patienten nahmen 20 mg oder 5 mg des Wirkstoffes ein, 300 Patienten ein entsprechendes Placebo. Primärer Studienendpunkt war die Gewichtsabnahme.

Wurden die Patienten berücksichtigt, die nach einem Jahr in der Studie waren, betrugen die Gewichtsabnahmen 8,9 kg bei 20 mg, 4,8 kg bei 5 mg und 3,8 kg bei Placebo. Fast 70 Prozent der mit 20 mg Rimonabant Behandelten verloren mehr als fünf Prozent ihres Gewichtes, jedoch nur 44 Prozent mit 5 mg und 31 Prozent mit Placebo.

39 Prozent verloren mit 20 mg sogar mehr als zehn Prozent ihres Gewichtes, 15 Prozent mit fünf mg und zwölf Prozent mit Placebo. Durch den Wirkstoff nahm auch der Bauchumfang signifikant ab: bei 20 mg um 8,5 cm, bei 5 mg um 5,3 cm und mit Placebo um 4,5 cm. Die Zahl der Patienten, die noch ein metabolisches Syndrom hatten, halbierte sich.

Günstig wirkte sich die Therapie zudem auf HDL und Triglyzeride aus. Jeweils die Hälfte des Effektes war dabei unabhängig von der Gewichtsabnahme. Eine Verringerung der Insulinresistenz sei ebenfalls nachgewiesen worden, so van Gaal. Insgesamt vermindern sich damit die kardiovaskulären Risikofaktoren.

Die Verträglichkeit des neuen Wirkstoffes war gut, kardiale Symptome und Depressionen seien im Vergleich zu Placebo nicht gehäuft vorgekommen, sagte der Referent.

Wie wirkt Rimonabant? Die Substanz blockiert einen Rezeptor im endogenen Cannabinoid-System, das zentral und peripher die Energiebilanz reguliert. Bei Rauchern beeinflußt es auch das Verlangen nach Nikotin. Für die Erhaltung der Nikotinabstinenz gibt es für die Substanz Daten aus der Phase-III-Prüfung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prädisposition für Übergewicht

Erhöhte Sterblichkeit bei Brustkrebs durch genetisches BMI-Risiko

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Verengte Atemwege bei Asthma mit entzündlich bedingten Schleimhautveränderungen.

© ag visuell / stock.adobe.com

(S)MART-Konzept

Das leisten Fixkombinationen bei Asthma

Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache

 Nebenniereninsuffizienz

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist