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Weltkrebstag

Deutsche Krankenhausgesellschaft: „Krebsbehandlungen sind Weltspitze“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft lobt die exzellente Behandlungsqualität von Krebserkrankungen in deutschen Kliniken. Dagegen verweist die AOK auf deutliche Unterschiede.

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Frau in OP Kleidung

Laut DKG ist die Behandlungenqualität von Krebserkrankungen in Deutschland exzellent.

© Manfred Weis / Westend61 / picture alliance

Berlin. Krebsbehandlungen in deutschen Kliniken sind Weltspitze. Das betont die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Montag anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar. „Die Patientinnen und Patienten können sich darauf verlassen, dass sie in deutschen Krankenhäusern auf einem auch im weltweiten Vergleich absoluten Spitzenniveau versorgt werden“, wird der DKG-Vorsitzende Dr. Gerald Gaß in einer Mitteilung zitiert.

Dank exzellenter Behandlungsqualität und medizinischen Fortschritts führe eine Krebsdiagnose heute nicht mehr unausweichlich zum Tod, in vielen Fällen bestünden vielmehr exzellente Heilungschancen.

Er verweist auf die Fünfjahres-Überlebensraten in Deutschland, die laut OECD-Daten bei fast allen Krebsarten selbst über dem an sich schon hohen EU-Niveau lägen, so etwa bei 92 Prozent bei Prostatakrebs und 86 Prozent bei Brustkrebs. „Erfreulich ist auch, dass die Zahl der von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Krebszentren in deutschen Krankenhäusern seit Jahren stetig und spürbar steigt.“

Deutlich mehr zertifizierte Zentren

Waren 2010 noch 641 Zentren zertifiziert, zählt die Krebsgesellschaft heute schon 2083 zertifizierte Organkrebs- und 157 onkologische Zentren. „Alle diese Zertifizierungen beantragen die Krankenhäuser freiwillig aus eigenem Engagement heraus. Angesichts dieser positiven Entwicklungen ist es eine unfaire Herabsetzung all jener, die an Therapien forschen, Krebserkrankte in den Kliniken behandeln und pflegen, wenn der Gesundheitsminister immer wieder die falsche Behauptung aufstellt, die Krebsbehandlung in Deutschland sei im europäischen Vergleich schlechter und würde sogar zu unnötigen Toten führen“, kritisiert Gaß.

Dennoch gebe es für den Gesundheitsminister und die Bundesregierung in Sachen Krebsbekämpfung viel zu tun. So trifft die hohe Behandlungsqualität in Deutschland auf besonders hohes Risikoverhalten. Krebsbegünstigende Faktoren wie Übergewicht und vor allem Alkoholkonsum sind in Deutschland besonders ausgeprägt und liegen über dem EU-Durchschnitt.

Viele Todesfälle ließen sich vermeiden

Viele krebsbedingte Todesfälle ließen sich zudem durch Früherkennung und damit frühe Behandlung vermeiden. Und mit der HPV-Impfung ist ein erster Schritt in Richtung Krebs-Prophylaxe getan, die aber noch viel zu wenig genutzt wird. Hier sind mehr Aufklärung und mehr Information nötig. Ziel der Gesundheitspolitik müsse sein, Behandlungsfälle und Krebserkrankungen bestmöglich zu verhindern, so dass es erst gar nicht zu Krankenhausfällen kommt. Das geht nur durch Präventionspolitik, die weit über das Gesundheitsressort hinausgeht.“

Die Krankenkasse AOK betont dagegen in einer Mitteilung die großen Qualitätsunterschiede bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Sie rät Betroffenen, sich vor einer anstehenden Operation über Fallzahlen, Behandlungsergebnisse und die Zertifizierung von behandelnden Kliniken zu informieren.

Nebeneinander von Gelegenheitsversorgung und Spitzenmedizin

„Die Krankenhausreform wird die Situation perspektivisch verbessern. In der aktuellen Versorgungsrealität sehen wir leider nach wie vor ein Nebeneinander von Gelegenheitsversorgung und Spitzenmedizin“, betont die Vorständin des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Sie verweist auf den Gesundheitsnavigator der AOK, der aktualisierte Daten zu Fallzahlen, zur Zertifizierung von Kliniken durch die Deutsche Krebsgesellschaft und zu Behandlungsergebnissen einzelner Kliniken bei Prostatakrebs-Operationen bietet.

Die im Gesundheitsnavigator angezeigten Fallzahlen der einzelnen Kliniken speisten sich aus den jährlichen Qualitätsberichten der Krankenhäuser, die im Rahmen der gesetzlichen Qualitätssicherung veröffentlicht werden müssen. „Patientinnen und Patienten, die in zertifizierten Krebszentren behandelt werden, haben laut Studienergebnissen für Deutschland eine höhere Überlebenschance als Menschen, die in nicht zertifizierten Kliniken behandelt werden“, so Reimann. „Die Evidenz ist eindeutig. Die Zertifizierung sollte daher ein zentrales Entscheidungskriterium bei der Wahl der Klinik sein.“

Auswertungen zu 13 Behandlungen

Der Gesundheitsnavigator enthalte zudem Auswertungen der AOK zur Behandlungsqualität einzelner Kliniken für insgesamt 13 Behandlungen. Darunter ist auch die operative Entfernung der Prostata wegen Prostatakrebs. Dieser Eingriff ist in Deutschland im Jahr 2023 etwa 32.000 Mal durchgeführt worden. „Unsere Auswertung zeigt große Unterschiede bei den Behandlungsergebnissen der einzelnen Krankenhäuser.“

So waren im Durchschnitt 13,4 Prozent der operierten Männer von Komplikationen betroffen. Die Komplikationsrate lag im Fünftel der Kliniken, die in der Auswertung überdurchschnittlich abgeschnitten haben, bei nur 7,7 Prozent, während sie im Fünftel der schlechtesten Kliniken bei 22,9 Prozent lag. „In den schlecht abschneidenden Kliniken war also fast ein Viertel der Patienten von einer Komplikation betroffen“, so Reimann. (kaha)

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