Direkt zum Inhaltsbereich

Diabetes und Herz - bei der Aufklärung ein Schwerpunkt

WOLFSBURG (grue). Typ-2-Diabetiker haben ein besonders stark erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten. Dieser Zusammenhang ist in diesem Jahr ein Schwerpunktthema bei der bundesweiten Aktion "Gesünder unter 7". Zwei Drittel aller Diabetiker sterben nämlich an Herzkrankheiten, wie Professor Alfred Wirth bei der Aktion in Wolfsburg erinnert hat.

Veröffentlicht:
Wie hoch ist denn nun mein Risiko für Diabetes und Komplikationen? Dieser Frage gehen Berater ausführlich auf dem Stand der Diabetesaktion nach.

Wie hoch ist denn nun mein Risiko für Diabetes und Komplikationen? Dieser Frage gehen Berater ausführlich auf dem Stand der Diabetesaktion nach.

© Foto: Claus Schunk

Was erwartet die Passanten auf dem Stand der Aktion? Sie können ihr persönliches Diabetes-Risiko abschätzen lassen, und zwar mit Hilfe eines Fragebogens und mit Messungen von Blutzucker, Blutdruck und Bauchumfang. Außerdem werden Besucher ermutigt, erste Erfolge im Kampf gegen das diabetesfördernde Übergewicht zu demonstrieren. Sie werden gebeten, Hosen auf dem Stand aufhängen zu lassen, deren Bundweite das Normmaß überschreitet. Im Gegenzug können sie dafür Gemüsegutscheine gewinnen.

Thematisiert werden die 4 B's des metabolischen Syndroms

"Im Rahmen der Aktion Hosenbund wollen wir über kardiometabolische Risiken aufklären", sagte Wirth bei der Stand-Eröffnung. Thematisiert werden dabei die vier "B's": großer Bauchumfang, erhöhter Blutzucker, veränderte Blutfettwerte und Bluthochdruck. Diese Risikofaktoren lassen das Erkrankungs-Risiko in die Höhe schnellen, betonte der Ärztliche Direktor der Klinik Teutoburger Wald in Bad Rothenfelde. Kritisch ist ein Bauchumfang über 102 cm bei Männern und über 88 cm bei Frauen.

"Entwickelt sich aus der ungünstigen Risikokonstellation ein Diabetes, ist auch das kardiovaskuläre Risiko enorm hoch", sagte Wirth. So betrage die kardiovaskuläre Mortalität in der Normalbevölkerung 45 Prozent, bei den Typ-2-Diabetikern jedoch 65 Prozent. Wer gegen diese Gefährdung etwas unternehmen will, muss Gewicht reduzieren, den Körper auf Trab halten und gesundes Essen auf den Tisch bringen.

Bei Diabetikern ist der Zuckerstoffwechsel erst bei HbA1c-Werten unter sieben Prozent im grünen Bereich. Darüber die Bevölkerung aufzuklären, ist das eigentliche Ziel der Aktion. Um diesen Wert zu erreichen, brauchen viele Patienten orale Antidiabetika und nicht selten auch Insulin.

Patienten könne man oft schnell die Angst vor Insulin-Injektionen nehmen, sagte Dr. Eberhard Politz aus Wolfsburg. Denn nach ausführlicher Einweisung in die Spritztechnik und durch Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten gelinge es rasch, die Insulintherapie in den Alltag zu integrieren.

Aktion läuft bis zum Oktober

Die Diabetes-Aktion "Gesünder unter 7" ist noch bis Ende Oktober mit einem Infostand auf Deutschland-Tournee. Die Initiative von Sanofi-Aventis wird von Unternehmen, Fachverbänden und Diabetes-Initiativen unterstützt. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner. Die nächsten Termine: 29./30.5. in Essen (Allee-Center), 26./27.6. in München (Olympia-Einkaufszentrum), 18./19.9. in Dresden (Altmarkt Galerie) und 23./24.10. in Berlin (Potsdamer Platz Arkaden).

Weitere Informationen unter www.gesuender-unter-7.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Kontrollverlust und Überforderung

Diabetestechnik und ihre Herausforderungen bei Kindern und Älteren

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Lesetipps
Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck