Reisen mit Krebs

Die Details der speziellen Reise-Beratung

Krebspatienten, die mit einer immunsuppressiven Therapie behandelt werden, benötigen eine spezielle Reisemedizin. Bei ihnen sind zum Beispiel Lebendimpfstoffe kontraindiziert.

Von Benjamin Rempe und Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht: 27.09.2012, 13:03 Uhr

Bei Krebspatienten in allen Behandlungsphasen muss vor einer Reise eine sorgfältige und individuelle reisemedizinische Beratung erfolgen.

Außer einer stabilen körperlichen Verfassung sind etwa Aspekte wie die Kontraindikation von Lebendimpfstoffen unter Immunsuppression (cave: Gelbfieberimpfung!) zu beachten. Für mitgeführte Medikamente sollte in jedem Fall ein mehrsprachiges Zertifikat vom Arzt vorliegen.

Zudem kann es in manchen Fällen ratsam sein, Informationen zu möglichen Begleiterscheinungen der Medikation mitzuführen. Denn bei einer Reihe von Zytostatika kann als unerwünschte Begleiterscheinung das Hand-Fuß-Syndrom auftreten.

Im englischen Sprachgebrauch wird diese erythematöse Hautveränderung daher auch als chemotherapy-induced acral erythema bezeichnet. Die Symptome reichen von schmerzlosen Schwellungen sowie Taubheit bis hin zu schmerzhafter Blasenbildung und Ulzeration.

Bekannt ist diese Nebenwirkung unter anderem bei Medikamenten zur Behandlung von Nierenkrebs (Sorafenib), Dickdarmkrebs (Capecitabin) oder Brustkrebs (Docetaxel).

So stieß ein Krebspatient aus Singapur, der erfolgreich mit Capecitabin therapiert wurde, bei der Einreise in die USA auf Probleme: Aufgrund der Hautablösungen in Folge des Hand-Fuß-Syndroms fehlte dem 62-jährigen die Epidermis der Fingerkuppen zur Erfassung der biometrischen Daten.

Es dauerte vier Stunden, bis geklärt war, dass der Mann keine Bedrohung darstellte, sondern nur aus medizinischen Gründen keinen Fingerabdruck nachweisen konnte.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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