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Die Homöopathie gibt der Psyche heilsame Impulse

NEU-ISENBURG (ars). Bereits die Anamnese in der Homöopathie hat Anklänge an ein psychotherapeutisches Gespräch. Ebenso richtet sich die Behandlung nicht nur nach den Symptomen, sondern auch nach der Persönlichkeit und den individuellen Reaktionen auf einen Reiz. Psychische Störungen wie Depressionen, Ängste oder Zwänge sind daher eine klassische Domäne der Homöopathie.

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"Ich lasse die Patienten zunächst erzählen", so Dr. Claudia de Laporte zur Ärzte Zeitung. "Meist schildern sie typische Symptome wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, morgendliche Antriebslosigkeit oder niedergedrückte Stimmung."

Für wichtig hält die Allgemeinmedizinerin, Homöopathin und Psychotherapeutin, die seit zehn Jahren in eigener Praxis in Esslingen arbeitet, auch die Frage nach der Biografie und aktuellen Auslösern der Depression: "Anlässe sind auffallend häufig Gefühle von Nicht-Geborgensein, Trennungsängste und tatsächliche Verluste." Allerdings hüte sie sich davor, den Patienten eigene Erkenntnisse "auf die Nase zu klatschen", sondern überlasse es ihnen, Zusammenhänge aufzudecken.

Nur bei Menschen mit sehr schweren Depressionen und Suizidgedanken nutzt sie zusätzlich die Schulmedizin, und zwar in Absprache mit einem Psychiater. Bei mittleren und leichten Depressionen genüge fast immer die Homöopathie allein, manchmal kombiniert mit einer Psychotherapie. Selten verschreibe sie Antidepressiva, und das meist auch nur so lange, bis sie das richtige homöopathische Mittel gefunden habe. Bei einer Komedikation passt sie dessen Dosis an.

Die Entscheidung für ein Mittel trifft de Laporte danach, "wie die Patienten gestrickt sind" und sich im seelischen Gleichgewicht zu halten suchen: ob sie sich zurückziehen oder leicht wütend werden, ob sie überaktiv sind oder auf körperliche Beschwerden ausweichen.

Häufige Mittel bei seelischen Störungen sind Natrium muriaticum, Aurum metallicum, Phosphorus oder Sepia. Um die Wirksamkeit eines Mittels abzuschätzen, lässt die Ärztin die Patienten ihr Befinden auf einer Skala mit zehn Punkten einstufen.

Das Homöopathikum hält den Patienten einen Spiegel vor

Meist wählt sie die Dosierung C 200 zweimal im Abstand von sechs Wochen, anschließend zweimal mit achtwöchigem Intervall C 1000. Die Centesimal-Potenz C steht für Zubereitungen aus 1 Teil Arzneimittel und 99 Teilen Lösungsmittel. De Laporte: "Wie das geschickt geführte Anamnesegespräch setzt auch die homöopathische Arznei einen Impuls, wodurch den Patienten ihr Kernproblem bewusst wird."

Gute Erfahrungen mit homöopathischen Substanzen hat sie auch bei Ängsten und Zwängen gemacht: "In der Schulmedizin haben Zwangsstörungen keine gute Prognose, aber mit Homöopathika klingen sie häufig überraschend gut ab." Bei Angst und Panikattacken sei oft Lachesis richtig, das Gift der Buschmeister-Schlange, denn viele Patienten empfinden Enge, "als seien sie in eine Schlangenhaut gezwängt", ertragen am Hals keine Kette, keinen Rollkragen, wollen weg, schaffen es aber nicht. "Der Grundkonflikt ist oft ähnlich wie bei Depressionen", so de Laporte.

Das bei traurigen Verstimmungen etwas entlegenere Sulfur zum Beispiel hat die Ärztin für eine 76-jährige Patientin gewählt, die trotz Depression und einer Zoster-Neuralgie Stärke und Selbstbewusstsein ausstrahlt (AHZ 252, 2007, 14). Sechs Wochen später schildert die alte Dame einen Traum, aus dem sie ihren Wunsch nach Anlehnung herausliest. Sie erhält eine weitere Dosis Sulfur. Nach weiteren sechs Wochen erzählt sie, welche Wege sie gefunden hat, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Sie fühle sich gut, schlafe gut, und auch die Gürtelrose, die ihr starke Schmerzen bereitet hatte, sei fast verschwunden.

Je höher die Zahl hinter C oder D, um so stärker die Wirkung

Nicht ganz so erfahrene Kollegen beginnen die Behandlung psychischer Störungen mit den Niedrigpotenzen D 4 bis D 8, die dreimal täglich eingenommen werden. Mit "D" sind Zubereitungen in Dezimal-Potenzen gemeint: Sie bestehen aus 1 Teil Substanz und 9 Teilen Lösungsmittel. Die Potenzierung erfolgt dabei in Stufen. Bei D 8 zum Beispiel sind acht Verarbeitungsschritte erfolgt.

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