Die "Rundschau"-Ente ist zurückgepaddelt

"Impfung kann Babys gefährlich werden" schrieb die "Frankfurter Rundschau" (FR) am 8. September zur Pneumokokken-Impfung. Jetzt wurde zurückgerudert.

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Zurückrudern für Enten.

Zurückrudern für Enten.

© Sven Lambert / imago

FRANKFURT AM MAIN (hub). Die FR hatte in ihrem Artikel von einer niederländischen Studie berichtet, deren Ergebnisse auf eine Verschiebung von Erregern durch die 7-valente Pneumokokken-Impfung hinweisen. Die FR stellte den Nutzen der Impfung infrage und schrieb in der Unterzeile gar von "riskanter Vorsorge". In der "Ärzte Zeitung" stand am 10. September, was wirklich in der Studie stand, und dass die Autoren eben nicht den Nutzen der Impfung anzweifelten.

In der FR-Ausgabe vom vergangenen Samstag nun wurde zurückgerudert: Die riskante Vorsorge wurde nun zu einem "Piks mit ungewissem Ausgang". So heißt es im letzten Absatz: "Eines ist demnach sicher: Mit Einführung der Pneumokokken-Impfung hat sich die Zahl der Kleinkinder, die an Hirnhautentzündungen oder anderen invasiven Pneumokokken-Infektionen erkrankt sind, reduziert."

Von Pneumokokken gibt es über 90 unterschiedliche Serotypen. Dass eine Impfung gegen nur einige Serotypen zu einer Verschiebung bei den Serotypen führen kann, dürfte jedem mikrobiologisch gebildetem Arzt klar sein. Ob und wie stark sich das letztlich auf die Krankheitslast auswirkt, muss daher immer beobachtet werden.

In den USA jedenfalls hat die leichte Verschiebung bei den Serotypen den Nutzen der Impfung nicht geschmälert. Mal davon abgesehen, dürfte ein möglicher (!) geringerer Nutzen einer Impfung in der Zukunft nicht dazu führen, schon heute sicher auf diesen Nutzen zu verzichten und nicht zu impfen.

Und die in der Studie gezeigte, leicht zunehmende Besiedlung mit dem Serotyp 19A dürfte eher unproblematisch sein. Schließlich enthält die 13-valente Konjugatvakzine auch diesen Serotyp.

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