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Die krebskranke Dana ist mit Laptop und Webcam in der Klasse dabei

TRIER (dpa). Dana sitzt konzentriert vor ihrem Laptop am Wohnzimmertisch. Über ihr Kopftuch hat sie Hörer und Mikrofon gezogen, der Englischunterricht hat gerade begonnen. "Good Morning Misses Lindbloom", sagt die Elfjährige gleichzeitig mit ihren 30 Mitschülern der Klasse 5b im Gymnasium Saarburg in Rheinland-Pfalz. Dana hat Krebs und war seit Dezember nicht mehr in der Schule.

Von Birgit Reichert Veröffentlicht:

Um den Anschluss nicht zu verlieren und auch um ihre Freunde zu sehen, wählt sie sich seit drei Monaten regelmäßig in den Unterricht ein und macht per Webcam in Englisch, Deutsch und Mathe mit. Mal während der Chemotherapie, mal nach der Bestrahlung im Krankenhaus, mal von zuhause. "Die sind schon ein bisschen weiter als ich, aber das hole ich schon wieder auf", sagt Dana und meldet sich eifrig.

Fester Platz im Klassenzimmer - trotz der Krankheit

Dana ist nach Angaben der Heidelberger Projektkoordinatorin von "onkokids.de", Renate Sedlak, das erste schwer kranke Kind in Deutschland, das trotz Krankheit seinen festen Platz im Klassenzimmer behält. Auf einem Bildschirm ist das Mädchen mit Vollbild zu sehen und "es sieht so aus, als ob sie wirklich da sitzt", sagt die Klassen- und Englischlehrerin Andrea Lindbloom. In den Pausen bildet sich schnell ein großer Pulk um "Dana", um mit ihr zu reden, zu fragen, wie es so geht. "Am Anfang war das was ganz Besonderes, als Dana auf dem Bildschirm auftauchte", sagt ihre beste Freundin Lea Mergener. "Heute ist das ganz normal."

Und genau das Normale ist es, was das Projekt so wichtig macht. "Dass Dana hier am Unterricht teilnehmen kann, gibt ihr ein Stück Normalität und Alltag wieder", sagt Lindbloom. Auch Danas Mutter Eva Pauly ist von dem Online-Klassenzimmer begeistert. "Es tut Dana sehr gut, dabei zu sein. So ein Tag im Krankenhaus oder zuhause kann sehr lang sein", sagt sie. Wichtig sei auch, dass Danas Klassenkameraden durch den täglichen Kontakt sehen, wie sie sich mit dem Lymphknotenkrebs verändert hat - und Berührungsängste abbauen. Denn nach vier Chemo-Blöcken und elf Bestrahlungen sei Danas Gesicht runder geworden, die Haare seien ausgefallen, sagt die Mutter. Eine Operation steht noch aus. Dann ist Dana wieder gesund.

Technische Ausstattung wurde über Förderverein finanziert

Die Idee des Projekts "Onko-Kids-Online" war ursprünglich, dass die Patienten der Kinderkrebsstation im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen per Computer Kontakt zu Freunden und Verwandten bekommen sollten, sagt Projektleiter Klaus Mihm. Seit Oktober vergangenen Jahres können die Kinder bereits von dort eifrig mailen und chatten. Beim Unterricht per Webcam dabei sein zu können, sei dann im März der große Durchbruch gewesen, sagt der Krankengymnast. Auch die Finanzierung der Laptops und Kameras in Höhe von rund 11 000 Euro war kein Problem, weil der Förderverein krebskranker Kinder in Trier dies sofort übernommen habe, sagt Mihm.

Der zweite Patient, der die Technik nutzen kann, steht bereits fest: Ein achtjähriger Junge aus Körperich in Rheinland-Pfalz, der sich nach den großen Ferien einwählen wird. In Deutschland werden jedes Jahr 1700 bis 1800 neue Krebserkrankungen von Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 15 Jahren beim Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz gemeldet.

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