Krebs

Docetaxel gegen Kopf-Hals-Krebs in EU zugelassen

LEIPZIG (grue). Das Zytostatikum Docetaxel ist jetzt auch in der EU zur Behandlung von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren zugelassen. Der Wirkstoff kann in Kombination mit anderen Medikamenten die Lebenszeit der Patienten verlängern.

Veröffentlicht: 07.11.2006, 08:00 Uhr

Docetaxel (Taxotere®) ist in Kombination mit Cisplatin und 5-Fluorouracil (5-FU) für die neoadjuvante, also vorgeschaltete Therapie von Patienten mit inoperablem lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich zugelassen.

Das ist ein neuer Anwendungsbereich für die Substanz, die bereits gegen Mamma-, Bronchial-, Prostata- und Magenkarzinome genutzt wird. Die EU-Zulassungserweiterung beruht auf Studienergebnissen, die Professor Rainald Knecht aus Frankfurt / Main bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie in Leipzig vorgestellt hat.

Wie Knecht auf einer von Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung berichtete, wurden in dieser Studie 177 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren mit Docetaxel, Cisplatin plus 5-Fluorouracil (5-FU) behandelt. Eine Kontrollgruppe mit 181 Patienten erhielt nur Cisplatin und 5-FU. Beide Gruppen wurden nach vier Therapiezyklen lokal bestrahlt oder chirurgisch weiterbehandelt.

Mit der neoadjuvanten Dreifachtherapie lebten die Patienten im Median 19 Monate und damit vier Monate länger als in der Kontrollgruppe. Der Unterschied war signifikant. Patienten aus der Docetaxel-Gruppe hatten nach drei Jahren noch einen Überlebensvorteil von etwa 15 Prozent, wie Knecht sagte: "Das Allgemeinbefinden war unter der Dreifachkombination sogar besser als in der Vergleichsgruppe. Außerdem konnten die Patienten danach besser sprechen und schlucken."

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