Hormonersatz

Ein bisschen besserer Sex dank Östrogen

Östrogene, transdermal verabreicht, können dazu beitragen, dass Frauen in der frühen Postmenopause wieder mehr Freude am Sex haben.

Veröffentlicht: 20.10.2017, 08:00 Uhr

NEW HAVEN / CONNECTICUT. Forscher um Hugh Taylor von der Yale School of Medicine in New Haven, Connecticut, haben untersucht, ob sich bei Frauen in der frühen Postmenopause die Sexualfunktion durch den Einsatz von Hormonen verbessern lässt (JAMA Internal Med 2017, online 28. August). Bewertet haben sie das anhand des Female Sexual Function Inventory (FSFI). Hierbei werden Frauen nach Verlangen, Erregung, vaginaler Befeuchtung, Orgasmusfähigkeit, Zufriedenheit und Schmerzen beim Verkehr befragt. Der Wertebereich reicht von 0 bis 36 Punkten – je mehr, desto besser.

670 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren nahmen an der Studie teil. 204 von ihnen erhielten im randomisierten und doppelt verblindeten Verfahren transdermales 17-beta-Estradiol (50 μg / d), 209 konjugiertes equines Östrogen oral (0,45 mg / d) und 257 Placebo; Frauen in den Hormongruppen bekamen monatlich zwölf Tage lang auch mikronisiertes Progesteron (200 mg). Die Studie war auf 48 Monate angelegt.

Signifikante Effekte gegenüber Placebo waren nur für transdermales Estradiol festzustellen, und auch nur bei Frauen mit zu Beginn geringer Sexualfunktion (FSFI-Score ≤ 26 Punkte). Diese stellten allerdings mit mehr als 70 Prozent in allen Gruppen die Mehrheit. Der mittlere Zugewinn beim FSFI-Wert betrug über den Verlauf der Studie unter transdermalem Estradiol 3,9 Punkte. Statt 74 Prozent wie zu Beginn der Studie hatten schließlich nur noch 67 Prozent der Frauen eine FSFI-Punktzahl unterhalb der Schwelle zur schwachen Funktion. Ein signifikanter Unterschied zur Gruppe der Frauen, die orales Östrogen eingenommen hatten, tat sich nicht auf. Wie relevant die ohnehin geringen Effekte der Hormone auf die sexuellen Abläufe sind, muss überdies offenbleiben. Die Diagnose einer sexuellen Dysfunktion erfordert nämlich zusätzlich zum niedrigen FSFI-Score noch, dass die sexuellen Beschwerden den Frauen seelisches Leid verursachen. Danach haben Taylor und Mitarbeiter aber gar nicht erst gefragt.(rb)

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