Eine Langzeittherapie ist bereits nach der ersten Psychose nötig

ASCHAU (sto). Jeder zweite Patient mit Schizophrenie bekommt nach einer akuten Phase innerhalb eines Jahres wieder einen Rückfall, der meist zu einer stationären Einweisung führt. Mit jedem Rezidiv verlängert sich die Zeit bis zur Remission. Daher ist bereits nach der ersten Schizophrenie-Episode eine langfristige medikamentöse Therapie nötig.

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Durch eine Langzeittherapie könnte die Rezidivquote deutlich gesenkt werden, so der Psychiater Professor Hans-Peter Volz bei einer Veranstaltung von Janssen-Cilag in Aschau. Tatsächlich scheitere dies jedoch meist an der mangelnden Compliance der Patienten. Um eine Besserung zu erreichen, sollten daher atypische Antipsychotika, etwa das Depotneuroleptikum Risperdal Consta™, verwendet werden, empfahl der Psychiater vom Krankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie in Werneck.

Die Depotmedikation habe den Vorteil, daß das Medikament seltener eingenommen werden muß und die Applikation gesichert ist. Mangelnde Therapietreue könnten Ärzte besser erkennen. Das allein reiche aber nicht aus. Um die Compliance zu sichern, sollte die medikamentöse Therapie durch eine Psychoedukation begleitet werden, sagte Volz.

In einer schwedischen Untersuchung ging innerhalb von 43 Monaten die Zahl der stationären Einweisungen um etwa ein Drittel und die Verweildauer in der Klinik um etwa die Hälfte zurück, nachdem die Patienten auf das Risperidon-Depot- Präparat umgestellt worden sind.

Ob diese Ergebnisse auch auf deutsche Verhältnisse übertragbar sind, soll unter Praxisbedingungen in der bereits angelaufenen Laser-Studie (Langzeitbehandlung schizophrener Patienten zur Rezidivprophylaxe) untersucht werden. An der Studie nehmen etwa 780 niedergelassene Ärzte und 3000 Schizophrenie-Patienten teil. Dabei werden die Patienten auf das Depot-Präparat umgestellt und zwei Jahre lang beobachtet.

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