Osteoporose

Einmal jährliche Therapie bei Osteoporose geprüft

KÖLN (grue). Schützt die einmal jährliche Behandlung mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure vor Osteoporose und dadurch bedingten Knochenfrakturen? Das wird zur Zeit in mehreren Studien untersucht.

Veröffentlicht: 03.04.2006, 08:00 Uhr

Zoledronsäure ist als Aclasta® 5 mg Infusionslösung bereits zur einmal jährlichen Behandlung bei Morbus Paget zugelassen. Bei dieser Krankheit kommt es lokal zu einem übermäßigem Knochenumbau und folglich zu Deformationen im Skelett. Häufige Stellen sind Wirbelsäule, Becken, Schädel und große Röhrenknochen. Zoledronsäure bremst die Aktivität der Osteoklasten für mindestens ein Jahr und vermindert den Schmerz schnell und anhaltend.

Die einmal jährliche Infusion der Substanz wird im Studienprogramm HORIZON (Health Outcomes and Reduced Incidence with Zoledronic acid 5 mg once yearly) nun auch bei Patienten mit anderen metabolischen Knochenerkrankungen geprüft.

In diesen Studien geht es um die Osteoporose bei Frauen nach der Menopause, die Osteoporose bei Männern, die Prävention von steroid-induzierter Osteoporose und von Wirbelbrüchen nach Hüftfrakturen. Darüber hat Privatdozent Walter-Josef Faßbender aus Kempen auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Köln berichtet.

Insgesamt nehmen an den Studien 12 000 Patienten teil. Das Einzeldosis-Schema sei etwas völlig Neues in der Osteoporose-Behandlung und verspreche eine gute Therapietreue, sagte Faßbender. So betrage die Compliance lediglich 50 Prozent nach einem Jahr, wenn ein orales Bisposphonat wöchentlich eingenommen werden muß.

Und bei täglicher Tabletteneinnahme springen sogar bis zu 80 Prozent der Patienten ab. "Geringe Compliance bedeutet niedrige Knochendichte und erhöhtes Frakturrisiko", so Faßbender.

Zoledronsäure habe als modernes Bisphosphonat auch den Vorteil, daß es besonders schnell wirkt. Das hat eine Untersuchung bei Frauen mit Osteopenie nach der Menopause ergeben. In dieser placebokontrollierten Studie wurde Zoledronsäure als Einzelinfusion mit oralem Alendronat alle sieben Tage über 24 Wochen verglichen.

Zoledronsäure wirkte bereits in der ersten Woche signifikant schneller und stärker auf den Knochenstoffwechsel, so Faßbender. Das zeigte sich in einem deutlichen Abfall des Knochenumbaumarkers NTx im Urin.

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