Direkt zum Inhaltsbereich

DGHO

Einsatz von Methadon als Krebsmedikament bisher nicht vertretbar

Veröffentlicht:

BERLIN. Methadon als Tumortherapeutikum? Bei einer "Pro und Contra"-Sitzung bei der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Onkologen stimmten nahezu alle der über 1000 Teilnehmer mit Nein, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Beim derzeitigen Wissenstand sei der Einsatz nicht gerechtfertigt. Medienberichte über Methadon in der Krebstherapie haben in diesem Jahr zu hohen Erwartungen bei Patienten und ihren Angehörigen geführt.

Die Pro-Position bei der Debatte vertrat Dr. rer. nat. Claudia Friesen vom Uniklinikum Ulm. Sie stellte ihre Ergebnisse von In-Vitro-Versuchen vor, in denen sie durch die Gabe von Methadon eine Wirkverstärkung des antitumoralen Effektes bei gleichzeitiger Gabe von Chemotherapie beobachten konnte, heißt es in der DGHO-Mitteilung. Darüber hinaus präsentierte Friesen Fallberichte von Patienten, bei denen es unter Methadon zusammen mit Chemotherapie zu einer Krebsrückbildung gekommen sei.

Die Contra-Position nahm Privatdozent Dr. med. Ulrich Schuler vom Universitäts PalliativCentrum am Uniklinikum Dresden ein. Mit Blick auf die von Friesen angeführten Fallbeispiele machte Schuler deutlich, dass aufgrund geringer Fallzahlen und fehlender Objektivierung durch externe Kontrollen eine zuverlässige Interpretation der Befunde nicht möglich sei. Neben der fehlenden Dokumentation wies Schuler auf belastende, auch gefährliche Nebenwirkungen von Methadon hin. Die Übertragung von In-Vitro-Effekten auf die Situation im Menschen vor dem Hintergrund fehlender klinischer randomisierter Daten sei wissenschaftlich und ethisch nicht zulässig, so Schulers Fazit.

In der Diskussion sei von den Teilnehmern vor allem beklagt worden, dass durch die ungeprüften Behauptungen zur Methadon-Therapie bei den Patienten große Hoffnungen geweckt wurden, die sich durch die aktuelle Evidenzlage und die praktischen Erfahrungen nicht rechtfertigen lassen, so die DGHO.

Sinnvoll seien kontrollierte klinische Studien unter Beteiligung der Fachgesellschaft, die auch den derzeitigen Fortschritt in anderen Bereichen der medikamentösen Tumortherapie berücksichtigen. (grz)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München

Interimsanalyse der TRIM-Studie

Nachsorge von Melanomen: Bildgebung womöglich nutzlos

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tipps für die Therapie

Was gegen Warzen wirklich hilft

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

Lesetipps
Zwei Hände tippen auf einem PC.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Bewertungsportale

Wie Praxen am besten auf schlechte Online-Bewertungen reagieren