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Eisenchelator wird einmal täglich getrunken

FRANKFURT AM MAIN (skh). Zur Therapie bei Eisenüberladung stehen Chelatoren zur Verfügung, die mit Eisen Komplexe bilden. Davon profitieren etwa Patienten mit chronischer transfusionspflichtiger Anämie, die regelmäßig Erythrozytenkonzentrate erhalten. Eine neue Option ist der oral anwendbare und gut verträgliche Eisen-selektive Chelator Deferasirox.

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Zu einer Eisenbelastung durch regelmäßige Transfusionen kommt es schon durch zwei Standard-Erythrozytenkonzentrate (EK) pro Monat oder 24 EK pro Jahr, so Dr. Frank Fox, Hämatologe aus Düsseldorf. Eine solche Therapie sei bei chronischen Anämien etwa durch ein myelodysplastisches Syndrom (MDS) oder bei Thalassämien nötig.

Ein EK enthält 200 bis 250 mg Eisen. Der physiologische Eisenverlust pro Tag über Urin, Stuhl, Nägel, Haut und Haare betrage aber nur 1 mg, so Fox. Mögliche Folgen einer Eisenüberladung sind Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen, aber auch Leberzirrhose, Wachstumsstörungen, Diabetes oder Gelenkbeschwerden.

Wirksamkeit einer Therapie mit Eisenchelator ist gut belegt

Dass eine Eisenchelator-Therapie günstig ist, belegen Daten von 178 MDS-Patienten (Blood 108, 2006, 108). Nach vier Jahren lebten noch 80 Prozent jener, die das Standardpräparat Deferoxamin bekamen, ohne Chelator aber nur 44 Prozent, berichtete Fox bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis. Weil Deferoxamin aber bei oraler Einnahme kaum verfügbar sei, müsse es mehrmals wöchentlich subkutan infundiert werden. Dadurch komme es häufig zu Reizungen und Schmerzen an der Injektionsstelle. Die Folge sei eine schlechte Compliance.

Der Chelator Deferasirox (Exjade®) werde dagegen einmal täglich als Getränk eingenommen, habe eine lange Plasmahalbwertzeit und kaum schwere unerwünschte Effekte.



STICHWORT

Eisenüberladung

Bei Eisenüberladung wird Eisen in inneren Organen, vor allem der Leber, eingelagert. Zudem ist das Serumtransferrin der Patienten gesättigt, so dass die Konzentrationen von ungebundenem und labilem Plasma-Eisen ansteigen. Über chemische Reaktionen mit Sauerstoff entstehen Hydroxyl-Radikale. Über die Lipidperoxidation werden dann Zellorganellen geschädigt, und die Kollagensynthese wird stimuliert. Es kommt zu Organschäden durch das Absterben von Zellen, etwa in Leber und Herz, sowie durch verstärkte Kollageneinlagerungen. (skh)

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