Direkt zum Inhaltsbereich

Eltern üben korrekten Umgang mit ADHS-Kindern

NÜRNBERG (fvw). Nicht nur Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit- Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) brauchen eine Behandlung. Auch Eltern können von einem speziellen Training für den Umgang mit ADHS-Patienten besonders profitieren.

Veröffentlicht:

Ein solches Training erleichtert den Alltag betroffener Familien und trägt dadurch auch zu einem Erfolg der Therapie bei den Kindern bei.

Die ständige Überaktivität von Kindern mit ADHS macht Eltern aggressiv. Es kommt zu Überreaktionen, und die Kinder fühlen sich ständig ungerecht behandelt. "Bei vielen Kindern mit ADHS kann man eine stark ausgeprägte Sozialstörung beobachten", hat Dr. Rüdiger Penthin auf einem Symposium des Unternehmens UCB in Nürnberg berichtet. Solche Sozialstörungen werden durch eine aggressive oder vernachlässigende Erziehung von überforderten Eltern begünstigt, so der Kinder- und Jugendarzt aus Schönberg in Schleswig- Holstein.

Ein Ziel des Elterntrainings ist es, einen positiven Umgang mit ADHS-Betroffenen zu lernen. Wenn sich die Kinder zum Beispiel angemessen verhalten, darf das nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Eltern sollten lernen, darauf zu achten und ihre Kinder dann auch entsprechend zu loben.

Bei dem Training lernen Eltern zudem, wie sich im Alltag angemessene Regeln für die Kinder aufstellen lassen. Außerdem werden Strategien entwickelt, um Konflikte konstruktiv zu bewältigen.

Kinder- und Jugendärzte aber auch Allgemeinmediziner können sich verhaltenstherapeutisch weiterbilden und dann ein solches Elterntraining anbieten, sagte Penthin. Ärzte könnten mit einer Zulassung zur Verhaltenstherapie für Erwachsenengruppen das Training zulasten der GKV abrechnen, und zwar vor allem, wenn die Praxis als sozialpsychiatrisches Zentrum fungiert. Das Elterntraining könne auch als IGeL angeboten und dann über GOÄ abgerechnet werden.

Psychoedukative Maßnahmen bei ADHS sind oft ohne medikamentöse Therapie der Kinder nicht sinnvoll. Zu den Mitteln der ersten Wahl gehöre Methylphenidat, sagte Penthin. Sowohl schnell freisetzende Präparate als auch Retard-Präparate (etwa Equasym® Retard) sind erhältlich. Besonders bei Tics oder Angststörungen ist auch Atomoxetin eine Option.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Primäre Immundefekte: Warnzeichen und Tipps fürs Labor

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Schmerzen bei Demenz-Patienten: Welche Fallstricke lauern in der Diagnostik?

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben

Lesetipps
Nahaufnahme einer Zecke

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Nahrungsmittelallergien

Seltsame Anaphylaxien: Ein Fall für Detektive