Tagestipp

Erfolg mit Ibrutinib bei Lymphom

Mit seinem neuen Wirkprinzip ist Ibrutinib eine wichtige Option bei CLL und Mantelzelllymphom.

Veröffentlicht: 10.04.2015, 12:48 Uhr

BONN. Ibrutinib (Imbruvica®), ein oraler Inhibitor der Bruton-Tyrosinkinase, ist zugelassen für die Therapie von Erwachsenen mit CLL, die mindestens eine vorangehende Therapie erhalten haben.

Der Wirkstoff ist ebenfalls indiziert zur Erstlinientherapie bei Patienten mit einer 17p-Deletion oder einer TP53-Mutation, die für eine Chemoimmuntherapie nicht geeignet sind. Eine weitere Indikation ist die Therapie bei rezidiviertem oder refraktärem MCL.

In der Phase-III-Studie RESONATE bei vorbehandelter CLL war Ibrutinib im Vergleich zum Anti-CD20-Antikörper Ofatumumab bei progressionsfreiem Überleben und Gesamtüberleben signifikant überlegen, und zwar unabhängig von klinischen oder genetischen Risikofaktoren.

"Das Gesamtüberleben unter Ibrutinib betrug nach 18 Monaten 85 Prozent gegenüber 78 Prozent unter Ofatumumab", so Susan O'Brien von der Universität von Texas, Houston, bei einer von Janssen-Cilag unterstützten Veranstaltung in Bonn.

Eine wichtige Rolle bei CLL und MCL spielt der B-Zell-Rezeptor-Signalweg, an dem die BrutonTyrosinkinase (BTK) beteiligt ist. Durch die Interaktion dieses Signalwegs mit seiner Mikroumgebung werden die Entwicklung und das Wachstum der B-Zellen beeinflusst.

Ist der B-Zell-Rezeptor-Signalweg pathologisch aktiviert, werden Zellüberleben, Adhäsion und Migration der malignen B-Zellen übermäßig gefördert. Ibrutinib bindet irreversibel an die BTK und blockiert so wirksam und anhaltend den pathologisch aktivierten Signalweg.

 Als Folge davon treten maligne Zellen in der Milz, im Knochenmark oder in den Lymphknoten in das periphere Blut über, wo sie absterben. (ggi)

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