Rheuma

Erfolg mit Stammzelltherapie bei systemischem Lupus erythematodes

CHICAGO (mut). Eine Transplantation mit autologen Stammzellen kann offenbar den meisten schwerkranken Lupus-Patienten wirksam helfen. Auch eine bereits vorhandenen Lupus-Nephritis bildet sich durch die Therapie zurück.

Veröffentlicht: 01.02.2006, 08:00 Uhr

Bei den meisten Patienten mit systemischem Lupus erythematodes können Immunsuppressiva die Symptome gut lindern. Ein Teil der Patienten entwickelt aber eine schwere Form der Autoimmunkrankheit. Diese Patienten sprechen auf Arzneien kaum an und haben eine schlechte Prognose.

In einer Studie haben nun US-Ärzte eine autologe Stammzelltherapie bei 50 Patienten mit schwerem Lupus geprüft. Die Hälfte der Patienten hatte bereits eine Lupus-Nephritis, ebenfalls bei der Hälfte war die Lungenfunktion gestört, und bei zwei Dritteln war auch das ZNS betroffen - sie hatten epileptische Anfälle, Psychosen oder eine aseptische Meningitis (JAMA 295, 2006, 527).

Die Ärzte entnahmen diesen Patienten zunächst hämatopoetische Stammzellen und töteten dann im Körper der Patienten die teilungsfähigen Lymphozyten mit steigenden Dosierungen von Cyclophosphamid ab - darunter auch die auto-reaktiven Lymphozyten, die die Autoimmunreaktionen verursachen.

Gedächtnis-T-Zellen wurden mit Anti-Thymozyten-Globulin eliminiert. Anschließend erhielten die Patienten ihre Stammzellen zurück, um damit ein Immunsystem ohne auto-reaktive Lymphozyten aufzubauen.

Das Ergebnis: Nach im Schnitt 29 Monaten Beobachtungszeit kamen 38 der 50 Patienten ohne Immunsuppressiva aus - ein Patient bereits seit siebeneinhalb Jahren. Die Lupus-Nephritis bildete sich bei 18 von 25 Patienten zurück.

Von den zwölf Patienten ohne Therapieerfolg waren acht vor oder kurz nach der Transplantation an der Krankheit oder anderen Gründen gestorben. Die Forscher errechneten aus den Daten eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, nach der Therapie fünf Jahre ohne Immunsuppressiva zu leben.

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