Erfolg mit vereinfachter Osteoporose-Therapie

BASEL (djb). Eine gute Compliance erhöht den Erfolg der Osteoporose-Therapie: Sie führe zu einem größeren Anstieg der Knochenmineraldichte und zu weniger Frakturen, so Professor Johann D. Ringe von der Medizinischen Klinik für Rheumatologie und Osteologie am Klinikum Leverkusen. Komplexe Einnahmevorschriften und fehlerhafte Anwendung der Medikation schmälern jedoch die Erfolgschancen einer Behandlung.

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Zu den Therapien der ersten Wahl bei Osteoporose gehören nach den DVO-Leitlinien die Bisphosphonate Alendronat und Risedronat, jeweils kombiniert mit Kalzium oder mit Kalzium plus Vitamin D. Daran hat Ringe beim Osteologie-Kongreß in Basel erinnert.

Nach einem Jahr nähmen jedoch nur noch etwa 40 Prozent der Patienten das Kalzium ein. Die Resorption des Bisphosphonats und damit der Behandlungserfolg würden zudem geschmälert, weil viele Patienten die Einnahmeinstruktionen nicht konsequent befolgen.

Einer Umfrage zufolge nehmen etwa vier Prozent der Osteoporose-Patientinnen das Bisphosphonat mit anderer Flüssigkeit als mit Leitungswasser ein. Fünf Prozent nehmen es zusammen mit der Nahrung und 18 Prozent zusammen mit anderen Medikamenten. 60 Prozent der befragten Frauen nahmen zwar zusätzlich Kalzium, davon jedoch zehn Prozent zur gleichen Tageszeit, also in einem zu engen zeitlichen Zusammenhang mit dem Bisphosphonat.

Ein erfolgversprechender Weg, die Compliance bei der Osteoporose-Therapie zu verbessern und Einnahmefehler zu umgehen, ist die Vereinfachung der Einnahmevorschriften, betonte Ringe.

Eine Studie mit 168 Osteoporose-Patientinnen hat ergeben, daß Patientinnen, die die Einnahmevorschriften für eine Bisphosphonat-Kalzium-Therapie verstanden hatten, einer Kombipackung mit einer Wochentablette Risedronat und sechs Tabletten mit jeweils 500 mg Kalzium (Actonel® 35 mg plus Calcium) klar den Vorzug vor Einzelpackungen gaben.

Mit dem 7-Tage-Blister wird am ersten Tag nur das Bisphosphonat eingenommen und auf die Einnahme von Kalzium verzichtet, um das Risiko der fehlerhaften Einnahme zu minimieren. Wie Ringe weiter berichtet hat, empfanden die Patientinnen das neue Therapie-Angebot als bequemer und einfacher.

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