Erlotinib könnte Option für die Erstlinien-Therapie werden

NÜRNBERG (wst). Die guten Erfahrungen mit Erlotinib in der Zweit- und Drittlinien-Therapie beim nichtkleinzelligen Bronchial-Ca (NSCLC) machen Erlotinib auch zu einem interessanten Kandidaten für die Erstlinien-Therapie beim NSCLC.

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Darauf hat Dr. Karl-Matthias Deppermann von der Klinik für Pneumologie der Ruppiner Kliniken aus Neuruppin auf einem von Hoffmann-La Roche ausgerichteten Symposium zum 47. Deutschen Pneumologenkongreß in Nürnberg hingewiesen und erste klinische Studien hierzu vorgestellt.

Der Tyrosinkinase-Hemmer Erlotinib ist in Deutschland seit Ende 2005 zur Zweit- und Drittlinientherapie beim NSCLC zugelassen. Als Monotherapie ist die Substanz zur Erstlinientherapie vor allem für Patienten mit NSCLC, die keine konventionelle Chemotherapie wollen oder vertragen, eine Option. Die Patienten profitieren unter anderem von der guten Verträglichkeit und der oralen Applikationsform.

In einer Phase-2-Studie in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden wurden 53 zuvor nicht behandelte Patienten mit einem NSCLC in fortgeschrittenem Stadium mit täglich 150 mg Erlotinib (Tarceva®) behandelt. Innerhalb von sechs Wochen konnte durch die Monotherapie bei zwei Patienten eine komplette Remission, bei elf Patienten eine Teilremission und bei weiteren zwölf Patienten ein Krankheitsstillstand erreicht werden.

Der Anteil der Patienten mit kontrollierter Erkrankung lag damit bei immerhin 55 Prozent. Als mediane Überlebenszeit waren 391 Tage und als mittlere Zeit bis zum erneuten Fortschreiten der Erkrankung 94 Tage errechnet worden.

In eine weitere Erstlinien-Therapie-Studie mit Erlotinib waren 66 geriatrische, multimorbide und deshalb für eine konventionelle Chemotherapie kaum mehr in Frage kommende Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC einbezogen worden. Die Krankheitsprogression konnte hier bei 61 Prozent gestoppt werden. Die mittlere Überlebenszeit betrug elf Monate.

Eine Phase-3-Studie mit fast 1000 an einem fortgeschritten NSCLC erkrankten und für eine konventionelle Chemotherapie ungeeigneten Patienten ist in Großbritannien bereits angelaufen. Geprüft wird Erlotinib zur Monotherapie mit täglich 150 mg. In weiteren Studien wird Erlotinib im Wechsel mit konventionellen Chemotherapien und innerhalb nicht-chemotherapiehaltiger Kombitherapien bei NSCLC verschiedener Stadien geprüft.

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