Direkt zum Inhaltsbereich

Erneut bestätigt: Mit Herzfrequenz steigt Sterberate

WIEN (wst). Bei Patienten mit und ohne KHK ist das Risiko, vorzeitig zu sterben, um so höher, je schneller das Herz in Ruhe schlägt. Dieser schon öfter belegte Zusammenhang ist jetzt erneut in einer großen Kohortenstudie bestätigt worden. Er gilt unabhängig von sonstigen kardiovaskulären Risikofaktoren.

Veröffentlicht:

Praktische Konsequenz wäre, bei jeder Routineuntersuchung grundsätzlich auch eine Minute lang Pulsschläge in Ruhe zu zählen und bei erhöhten Werten nach Ursachen und Abhilfe zu suchen. Das hat die an der Studie beteiligte Ärztin Dr. Svetlana A. Shalnova beim Kardiologen-Kongress in Wien betont. Wie die Ärztin vom Forschungszentrum für präventive Medizin aus Moskau ausgeführt hat, waren in die Studie 11 043 Männer im Alter von über 35 Jahren aufgenommen worden. Bei ihnen waren nach einer initialen Erhebung ihres kardiovaskulären Gesundheitsstatus und Lebensstils über 20 Jahre Daten erhoben worden.

Dabei erwies sich die Ruhe-Herzfrequenz als eine von anderen kardiovaskulären Risikofaktoren unabhängige Determinante der Sterberate. Sowohl bei Männern, die bei Aufnahme in die Studie eine KHK hatten als auch bei denen ohne Hinweise auf eine solche Herzerkrankung nahm die Sterberate ab einer Ruhefrequenz von 68 Schlägen pro Minute mit der Schlagzahl des Herzens stetig zu. Altersadjustiert lag die Sterberate bei einer Ruhefrequenz von über 80 Schlägen um 75 Prozent höher als bei Probanden mit einer Ruhefrequenz von 60 und weniger Schlägen. Bei der kardiovaskulären Sterberate betrug der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen 81 Prozent.

Scheiden ursächliche Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen oder eine "Praxistachykardie" aus, ist es nützlich, die Patienten zu ermuntern, mit Allgemeinmaßnahmen wie vor allem mehr sportlichen Aktivitäten, aber auch durch Gewichtsabnahme, Rauchverzicht und Entspannungsübungen eine Optimierung ihrer Ruhefrequenz anzustreben.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplikationsmanagement

Typ-2-Diabetes macht besonderen Schutz für Niere und Herz erforderlich

Pseudoresistenzen

Therapieresistente Hypertonie ist oft gar keine

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pseudoresistenzen

Therapieresistente Hypertonie ist oft gar keine

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter