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Endometriose

Erste Symptome 2001, Diagnose 2011

Viele Patientinnen haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis ihre Endometriose diagnostiziert wird. In Deutschland und Österreich dauert es durchschnittlich mehr als zehn Jahre.

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Endometriose des Ovars.

Endometriose des Ovars.

© Prof. Dr. med. H. S. Füeßl, München

WIEN (dk). Wie viel Zeit vergeht, bis eine Endometriose festgestellt wird, dazu gibt es unterschiedliche länderspezifische Angaben.

Die Zeitspannen reichen von vier Jahren in Norwegen bis zu zehn Jahren in Italien. Nun gibt es eine erste Erhebung für Deutschland und Österreich, und die wirft die Frage auf, was die Diagnosefindung so langwierig macht.

Von den ersten Symptomen bis zur Diagnose vergehen bei Endometriose-Patientinnen in Deutschland und Österreich im Durchschnitt 10,4 Jahre (SD: 8,0).

Vom ersten Gynäkologenbesuch an dauert es durchschnittlich noch 7,7 Jahre (SD: 7,0), bis die Ursache für die Beschwerden geklärt ist.

Diese Zahlen basieren auf einer aktuellen Multicenterstudie mit 171 Patientinnen, die sich in Spezialkliniken in Deutschland und Österreich vorgestellt hatten (Hum Reprod. 2012, online 17. September).

Was könnte die Diagnose verzögern?

Dr. Gernot Hudelist vom Wiener Wilhelminenspital und Kollegen interessierte aber nicht nur die Zeitspanne bis zur Diagnosestellung in den beiden Ländern, sondern auch was die Diagnose verzögert haben könnte.

Daher hatten sie die Patientinnen - bei allen war die Endometriose histologisch nachgewiesen - nicht nur zu demografischen Fakten und medizinischer Vorgeschichte inklusive Schwangerschaften und Geburten befragt, sondern auch psychosoziale Aspekte berücksichtigt.

Offenbar verzögerten vor allem Fehldiagnosen die korrekte Diagnosestellung. Immerhin drei Viertel der Frauen hatten mindestens eine in der Vorgeschichte, wie beispielsweise chronische Unterbauchschmerzen (57 Patientinnen), Blutungsstörungen (44 Patientinnen) oder das Reizdarm-Syndrom (33 Patientinnen).

Dabei galt: je mehr Fehldiagnosen, desto länger das Zeitintervall. Das Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt spielte ebenfalls eine Rolle. Hatten sich die Frauen von ihrem Frauenarzt nicht ernst genommen gefühlt, verstrich deutlich mehr Zeit als bei solchen, die sich gut aufgehoben fühlten (11,5 [SD: 8,0] vs. 8,6 [SD: 7,5]; p = 0,02).

Die Diagnose verzögerte sich auch, wenn die Frauen ihre Dysmenorrhoe-Beschwerden als "normal" einstuften, und zwar durchschnittlich um 2,8 Jahre.

Auch die Mütter scheinen eine Rolle zu spielen: Konnotierten sie die Menstruation als negativ, verzögert sich die Diagnose bei ihren Töchtern (p < 0,01). Wie die Patientin selbst die Menstruation bewertete, war hingegen ohne Belang.

Die Einnahme von Hormonen (p = 0,39) oder von Schmerzmitteln (p = 0,11) stand hingegen nicht mit dem Zeitintervall bis zur Diagnosefindung im Zusammenhang.

Das galt auch für die Ausdehnung der Erkrankung (oberflächlich oder tief infiltrierend) sowie die Art der Beschwerden (Schmerzen im Becken oder Subfertilität; p = 0,69), derentwegen die Patientinnen den Arzt aufsuchten.

Gynäkologen und Hausärzte sensibilisieren!

Da in der Auswertung ausschließlich Frauen mit histologisch nachgewiesener Endometriose berücksichtig worden waren, ist nach Einschätzung der Studienautoren ein Selektionsbias nicht auszuschließen.

Sie befürchten, dass es in der allgemeinen, nicht hospitalisierten Bevölkerung eventuell noch länger dauern könnte, ehe eine Endometriose entdeckt wird.

Um den Leidensweg der Endometriosepatientinnen zu verkürzen, empfehlen die Studienautoren, Gynäkologen und Hausärzte für diese Erkrankung zu sensibilisieren und mehr Fortbildungen anzubieten.

Quelle: www.springermedizin.de

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