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Erstmals Schutz gegen Japanische Enzephalitis

Seit Juni gibt es die Möglichkeit, sich bei einer Reise nach Süd- und Ostasien vor Japanischer Enzephalitis zu schützen. Die Erkrankung ist zwar selten, verläuft aber bei einem Drittel der Erkrankten tödlich.

Von Paul Finger Veröffentlicht:
Vor der Reise. Derzeit sind Kinder nur "off label" vor Japanischer Enzephalitis zu schützen. Ein Impfstoff für Kinder ist aber geplant.

Vor der Reise. Derzeit sind Kinder nur "off label" vor Japanischer Enzephalitis zu schützen. Ein Impfstoff für Kinder ist aber geplant.

© Foto: dpa

Zu den Risiken einer Reise nach Süd- und Ostasien zählt eine Ansteckung mit dem Erreger der Japanischen Enzephalitis. Mit dem seit Juni in Deutschland verfügbaren Impfstoff IXIARO® gibt es jetzt eine gute Möglichkeit, sich vor der Infektion zu schützen.

Japanische Enzephalitis wird bei Reisenden zwar nur selten diagnostiziert. Die Erkrankung verläuft jedoch bei knapp einem Drittel tödlich. Das Risiko ist besonders bei längeren Aufenthalten in ländlichen Regionen erhöht. Aber auch nach Kurzaufenthalten gibt es Erkrankungen, wie kürzlich in Lübeck. Eine 59 Jahre alte Frau war dort nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Nordchina an Japanischer Enzephalitis erkrankt. Es ist der erste in Deutschland dokumentierte Fall einer Infektion mit dem Erreger, der mit denen bei FSME und Gelbfieber verwandt ist.

Problematisch seien außer saisonal bedingtem Auftreten der Erkrankung lokale Epidemien, die sich nicht vorhersagen ließen, so Professor Thomas Löscher aus München.

Vor Asienreisen sollte man sich daher umfassend über Japanische Enzephalitis informieren, hat der Tropenmediziner beim 3. Impfsymposium in Würzburg betont. Besonders für Emigranten aus Endemiegebieten, die für längere Zeit in ihre Heimat zurückkehren, empfehle sich die Impfung. Der Schutz hält für mindestens zwölf Monate an. Die nötigen zwei Impfdosen kosten etwa 170 Euro.

Das Risiko einer Infektion mit dem von Culex-Mücken übertragenen Erreger ist besonders groß in ländlichen Gebieten mit Reisanbau und Schweinezucht. Aber auch in touristischen Zentren und Großstädten besteht die Gefahr einer Ansteckung. Ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben Kinder, ältere Menschen und Schwangere. Nur etwa ein Drittel der symptomatisch Erkrankten übersteht die Infektion mit dem Flavivirus ohne Folgen.

Wer häufige Asienreisen unternimmt und Aufenthalte in ländlichen Gebieten plant, sollte eine Schutzimpfung erwägen. Die Impfung ist mit einer Hepatitis-A-Impfung kombinierbar. Studien zur parallelen Gabe mit weiteren Impfungen sollen noch folgen. Ein Kinderimpfstoff ist für die nächsten zwei Jahre geplant.

Merkblatt zur Japanischen Enzephalitis unter www.auswaertiges-amt.de

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