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KOMMENTAR

Etwas Licht für Blinde

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Wenn Blinde zumindest wieder grob Formen erkennen, wenn sie sich visuell orientieren können, dann hat das zwar noch lange nichts mit Sehen zu tun, wie wir Gesunde es kennen. Aber es kann den Alltag für die Betroffenen sehr erleichtern. Mehr darf man bislang nicht erwarten von einem Netzhaut-Chip, wie er jetzt in Tübingen sieben erblindeten Menschen eingepflanzt worden ist. Fünf Wochen lang konnten die Teilnehmer einer Studie ihre Umwelt damit wenigsten ein bisschen visuell wahrnehmen, dann musste ihnen der Chip entfernt werden, weil das Produkt noch nicht zugelassen ist.

Mit der kurzen Studie konnten die Ärzte immerhin zeigen, dass das Verfahren funktioniert. Es werden künftig bessere Retina-Implantate folgen, mit höherer Auflösung und Empfindlichkeit, davon darf man ausgehen. Und somit wird der Traum vom Sehen für viele Blinde vielleicht doch noch Wirklichkeit.

Welches der Königsweg für einen Ersatz zerstörter Fotorezeptoren ist, lässt sich bislang noch nicht sagen. Einige Forscher arbeiten an Chips, die auf der Netzhaut fixiert werden und darunter liegende Nervenzellen reizen. Sie erhalten die Signale über eine Kamera am Kopf des Patienten. Die Kamera kann das Signal optimal verstärken, verarbeiten und an den Chip leiten. Eleganter ist jedoch die Tübinger Methode, bei der die gesamte Verarbeitungselektronik auf dem subretinal implantierten Chip integriert ist - von außen ist praktisch nichts zu sehen.

Lesen Sie dazu auch: Netzhaut-Chip lässt Blinde wieder ein bisschen sehen

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