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KOMMENTAR

Etwas mehr Zurückhaltung!

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Stammzellforscher haben es schwer in diesen Zeiten. Sie müssen die Geister zähmen, die sie einst durch ihre Heilsversprechungen riefen und noch heute rufen. Denn die Stammzellforschung ist noch lange nicht so weit, daß es schon jetzt gelingen könnte, Patienten wie Diabetiker mit entsprechend gezüchtetem Gewebe zu heilen.

Das müssen sich Wissenschaftler - und Vertreter der Wissenschafts - und Medizinjournale mit den Originalpublikationen immer vor Augen halten, um nicht weiter bei Patienten und Geldanlegern Erwartungen zu wecken. Erst recht jene Forscher, die auf der Suche nach einem Weg sind, humane embryonale Stammzellen herzustellen, ohne Embryonen zu zerstören. Mit solchen Zellen gäbe es für Stammzellforscher keinen Grund mehr, Embryonen für die Forschung zu verbrauchen.

Es ist legitim, daß Forscher in ihren Publikationen einen Ausblick auf die Anwendungsmöglichkeiten ihrer Entdeckung geben. Dabei muß es nicht unbedingt so zurückhaltend klingen wie etwa bei den Nobelpreisträgern um Professor Georges Köhler aus Freiburg, die in ihrer Publikation Mitte der 70er Jahre vage andeuteten, daß sich mit ihrer Technik vielleicht eines Tages monoklonale Antikörper auch für die Medizin herstellen lassen könnten.

Doch kann man aber von Forschern verlangen, daß sie klar und präzise formulieren und durch die Formulierung keine Hoffnungen wecken, die sie nicht erfüllen können. Nur so wird man die Geister wieder los.

Lesen Sie dazu auch: Kritik am Umgang mit Studiendaten zu Stammzellen

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