Kolorektales Karzinom/Darmkrebs

Experten fordern einheitliche Darmkrebsprävention in der EU

BRÜSSEL (spe). Wissenschaftler und Mediziner aus ganz Europa fordern, europaweit einheitliche und qualitätsgesicherte Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs (CRC) einzuführen.

Veröffentlicht:

Auf der "Europäischen Konferenz zur Darmkrebsprävention" in Brüssel verabschiedeten die Teilnehmer eine entsprechende Deklaration.

In der Bundesrepublik ist die Sterblichkeit nach Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. zwar seit Mitte der 70er Jahre rückläufig. Dennoch beträgt sie immer noch etwa 38 Prozent. Dabei sei Darmkrebs bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung grundsätzlich heilbar, heißt es in der Brüsseler Erklärung.

Dass es in Europa immer noch viele Defizite bei der Darmkrebs-Prävention gibt, liegt auch daran, dass nicht alle Länder Screening-Maßnahmen anbieten. Dort, wo es entsprechende Programme gibt, werden sie wiederum nicht immer von der Bevölkerung ausreichend wahrgenommen.

Auch variiert die Qualität der angebotenen Früherkennungsuntersuchungen. Das geht aus einer aktuellen Befragung der nationalen Gastroenterologen-Verbände in 39 europäischen Ländern hervor. "Leitlinien für Vorsorgemaßnahmen existieren nur in 21 Ländern", berichtete Professor Meinhard Classen vom Deutschen Netzwerk gegen Darmkrebs. Nur 15 Staaten würden zusätzlich Screening-Programme anbieten.

Viele Länder setzten dabei lediglich auf Tests auf okkultes Blut im Stuhl (FOBT). Andere Staaten, darunter sind auch Deutschland, Österreich, Luxemburg, Polen und Italien wendeten zusätzlich endoskopische Maßnahmen wie die Koloskopie und Sigmoidoskopie an. Die Experten forderten daher die Europäische Kommission auf, darauf zu drängen, dass die EU-Länder die bereits 2003 verabschiedeten Empfehlungen zur Einführung von Früherkennungsuntersuchungen auf nationaler Ebene endlich umsetzen. Bislang ist nur knapp die Hälfte der Staaten der Aufforderung der Kommission gefolgt.

Jaroslaw Waligóra von der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz kündigte zudem an, dass die EU-Kommission 2009 evidenzbasierte europäische Leitlinien für das CRC-Screening vorlegen wolle.

Mehr zum Thema

Kolorektales Karzinom

Darmkrebs geht in Deutschland zurück

Risikofaktoren

Hohes Darmkrebsrisiko von Männern nur teilweise zu erklären

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit

Impfausweis mit Comirnaty-Eintrag: Welcher ist immunogener – der Corona-Impfstoff von BioNTech oder der von Moderna?

© Olga / stock.adobe.com

Corona-Studien-Splitter

Hohe Viruslasten auch bei Kindern möglich