Filter schlägt Medikation bei Vorhofflimmern

ORLANDO (ob). Der Verschluss des linken Vorhofohrs mit einem per Herzkatheter implantierten Filtersystem schützt bei Vorhofflimmern offenbar ebenso gut vor kardioembolisch bedingten Schlaganfällen wie die orale Antikoagulation mit einem Vitamin-K-Antagonisten.

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Dafür sprechen Ergebnisse einer PROTECT-AF benannten Vergleichsstudie, die Dr. David Holmes aus Rochester beim ACC-Kongress in Orlando vorgestellt hat.

Bei Vorhofflimmern ist das Schlaganfallrisiko erhöht. Als häufigste Ursache gilt dabei die Ausschwemmung von kardialen Thromben, die überwiegend infolge Stase im linken Herzohr gebildet werden. Orale Antikoagulation bietet wirksamen Schutz, bereitet aber etwa wegen des Blutungsrisikos auch viele Probleme. In der PROTECT-AF-Studie ist getestet worden, ob ein mechanischer Verschluss des Herzohres die Gefahr von kardialen Embolien ebenso gut bannen kann. Bei 463 Patienten mit Vorhofflimmern wurde perkutan per Herzkatheter ein Filtersystem (WATCHMAN-System) implantiert, 244 Patienten der Kontrollgruppe erhielten eine orale Antikoagulation. Bei dem Implantat handelt es sich um ein schirmartiges Nitinol-Drahtgeflecht, das sich selbst entfaltet und mit Widerhaken in der Wand des Herzohres fixiert. Nach wenigen Wochen ist es komplett mit Endothelzellen überzogen.

Die "mechanische" Therapie erwies sich als erfolgreich. Die Inzidenz von ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen sowie Todesfällen (primärer Endpunkt) war in der Implantat-Gruppe um 32 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe (3,4 versus 5,0 Prozent/Jahr), berichtete Holmes. Der Vorteil machte sich besonders bei den hämorrhagischen Hirninsulten geltend.

Holmes verschwieg nicht, dass die Rate an Komplikationen - vor allem Perikardergüsse - im Zusammenhang mit der Implantation zunächst deutlich höher war. Nach erfolgreicher Implantation drehte sich dieses Verhältnis um: In dieser Phase kamen bei den konventionell Behandelten mehr Komplikationen vor.

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