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Nach Schlaganfall

Forscher entwickeln neue Tests für motorische Defizite

Nach einem Schlaganfall scheitern viele Menschen an täglichen Handgriffen im Haushalt: Lähmungserscheinungen durch Schädigungen im Gehirn wirken sich auf die feinmotorischen Fähigkeiten aus. Ein Forscherteam hat nun Tests entwickelt, um motorische Störungen präziser zu messen und passende Therapiemaßnahmen abzuleiten.

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Viele Menschen haben nach einem Schlaganfall bei alltäglichen Handbewegungen Probleme aufgrund von Störungen in der Feinmotorik. 

Viele Menschen haben nach einem Schlaganfall bei alltäglichen Handbewegungen Probleme aufgrund von Störungen in der Feinmotorik. 

© Gerhard Seybert / stock.adobe.com

MÜNCHEN. Klassische Tests zur Überprüfung der manuellen Geschicklichkeit belegen, dass viele Patienten nach einem Schlaganfall mit alltäglichen Bewegungen Probleme haben. Sehr häufig wird der Jebsen Taylor-Handfunktionstest durchgeführt, bei dem etwa ein Satz auf ein Blatt Papier geschrieben werden muss.

"Der Jebsen-Test, wie auch andere Tests, zeigt allerdings nicht auf, welche einzelnen Faktoren dazu führen, dass sich Schlaganfallpatienten bei einfachen Handgriffen, wie etwa nach einem Blatt zu greifen, so schwer tun", sagt Professor Joachim Hermsdörfer vom Lehrstuhl für Bewegungswissenschaft der Sport- und Gesundheitsfakultät an der Technischen Universität München (TUM).

Ziel: Neue Therapieansätze entwickeln

Aus diesem Grund habe das Team eigene Tests entwickelt, um anhand der identifizierten Störfaktoren gezieltere Therapiemaßnahmen abzuleiten. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler nun im Magazin "Clinical Neurophysiology" veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.clinph.2017.07.408).

Die TUM-Wissenschaftler testeten etwa das Hochheben von Gegenständen verschiedener Gewichtsklassen und mit verschiedenen Oberflächen, die vorausschauende und reagierende Griffkontrolle, das visuell-motorische Vermögen und einige weitere Fertigkeiten.

Eine Gruppe von 22 Patientinnen und Patienten im Alter von 32 bis 78 mit einer halbseitigen Lähmung, haben an dieser Studie teilgenommen, ebenso eine Kontrollgruppe mit gesunden Probanden.

Drei Faktoren identifiziert

Beim Vergleich der beiden Gruppen wurden drei Faktoren festgestellt, die maßgeblich waren, um die Feinmotorikstörung zu klassifizieren.

Das sind die drei Faktoren

  • die Kontrolle der Griffkraft
  • die motorische Koordination
  • das Tempo der Bewegung.

"Dank unserer Ergebnisse können Patienten und Patientinnen künftig nach einem Schlaganfall gezielter in den Bereichen therapiert werden, wo ihre Schwächen evident sind", sagt Professor Hermsdörfer.

Für die Tests wurden selbstentwickelte Geräte benutzt, unter anderem die Gripforce-Box, mit der die Griffkraft der Hand überprüft wird. Diese könnte künftig für Therapeuten so weiterentwickelt werden, dass sie zum Zweck der Diagnose des Status-quo von Personen nach einem Schlaganfall eingesetzt wird. (eb/ajo)

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