Fußball-WM 2014

Forscher sagen Dengue-Risiko voraus

Unbesorgt zur WM nach Brasilien reisen: Fußball-Fans könnte dafür ein neues Warnsystem gegen Denguefieber helfen.

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Brasilien ist von 12.6. bis 13.7. Gastgeber der Fußball-WM.

Brasilien ist von 12.6. bis 13.7. Gastgeber der Fußball-WM.

© vinz89 /fotolia.com

BARCELONA. Ein neues Frühwarnsystem könnte Reisenden zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien helfen, das Risiko für Infektionen mit dem Denguefieber abzuschätzen. Dazu haben Forscher aus Spanien, Brasilien und Großbritannien ein Wahrscheinlichkeitsmodell entwickelt, das das Übertragungsrisiko der Flaviviren durch Stiche der ägyptischen Tigermücke ermittelt. (Lancet Inf Dis 2014; online 17. Mai).

Für die Risikoabschätzung auf Stadt und Kreisebene greifen die Forscher auf Echtzeitdaten verschiedener Klimavorhersagen zurück. Denn entscheidend für die Ausbreitung der Mücken sind unter anderem Niederschläge und die anschließenden Temperaturverhältnisse.

Kombiniert haben die Forscher diese Daten mit epidemiologischen Informationen zur Verbreitung des Denguefiebers in Brasilien. Um entscheidende Schwellenwerte für die Wahrscheinlichkeiten zu ermitteln, hatten die Experten ihre Berechnungen an die Inzidenzen aus den Jahren seit 2000 gekoppelt. Nach Angaben der Forscher hat es in Brasilien in den letzten 13 Jahren rund sieben Millionen Denguefälle gegeben.

Studie: Höchstes Risiko in Natal, Fortaleza und Recife

Mit ihrem Modell können die Forscher das Übertragungsrisiko bis zu drei Monate in die Zukunft berechnen - und somit auch für den Zeitraum der Fußball-WM, die am 12. Juni beginnt und mit dem Finale am 13. Juli endet.

Insgesamt ermittelten die Forscher für Brasilien ein geringes Risiko für Denguefieber-Erkrankungen für die Zeit während der WM-Endrunde. Das höchste ermittelte Risiko gibt es dem Modell zufolge in den Austragungsorten Natal, Fortaleza und Recife. Die deutsche Nationalmannschaft trägt in Fortaleza am 21. Juni ihr Vorrunden-Match gegen Ghana aus und spielt am 26. Juni in Recife gegen die USA.

Eine mittlere Wahrscheinlichkeit, dass es zur Exposition mit Denguevirus-tragenden Tigermücken kommen kann, gibt es in Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Manaus und Salvador, wo die DFB-Elf am 16. Juni gegen Portugal antritt. In allen anderen Austragungsstädten ist das Risiko dem Modell zufolge gering.

Reisende in entsprechende Regionen sollten deswegen schon vor der Abreise nach Brasilien an einen entsprechenden Mückenschutz denken. (nös)

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