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Frauen haben jetzt häufiger COPD als Männer

HEIDELBERG (bd). Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist längst keine typische Männererkrankung mehr. Spezialisten empfehlen, auch bei Frauen an die Diagnose einer COPD denken.

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Aufgrund ihres stärkeren Rauchkonsums war die Prävalenz von COPD bei Männern weltweit früher generell höher als bei Frauen. "Dieser Trend ist gerade einem raschen Wandel unterworfen", sagte die Lungenspezialistin Dr. Maria Cordina aus Malta beim Gender Medicine Congress in Heidelberg. Die Zahl der Raucherinnen, die bereits in jungen Jahren zur Zigarette greifen, steige weltweit beträchtlich. "Deshalb treten auch die Lungenerkrankungen bei ihnen in einer früheren Lebensphase auf", sagte Cordina bei der Veranstaltung des Deutschen Ärztinnenbundes - Regionalgruppe Baden-Württemberg und des Deutschen Pharmazeutinnenverbandes. Nach Berechnungen werde ein erheblicher Anstieg der COPD-Kranken zwischen 1994 und 2015 prognostiziert. Frauen seien wesentlich stärker betroffen als Männer.

Mit der Zunahme der Lungenerkrankung bei Frauen steigt auch die Zahl der Studien, die sich mit geschlechtsspezifischen Unterschieden beschäftigen.

Cordina verwies etwa auf eine US-amerikanische Untersuchung aus dem Jahre 2000, wonach die Zahl der Frauen mit COPD die der Männer in den USA sogar übersteigt. Der Schweregrad der COPD sei im Geschlechtervergleich bei den untersuchten Frauen und Männern vergleichbar gewesen, obwohl die Frauen nicht so lange geraucht hatten wie die Männer. Die Forscher gehen davon aus, dass die Lungenfunktion bei Frauen stärker durch das Rauchen beeinträchtigt wird als bei Männern, weil die Atemwege der Frauen wohl empfindlicher auf die Noxen reagierten, so Cordina. Keine Rolle scheinen indes das geringere Lungenvolumen oder der kleinere Durchmesser der Atemwege zu spielen.

Nach bislang verfügbaren Daten bedürfen Frauen mit einer COPD eher einer stationären Behandlung als Männer. Andererseits hätten sie eine höhere Überlebensrate. Die Wissenschaftlerin riet zu geschlechtsspezifischen Präventionsstrategien, um Frauen gezielt vom Rauchen abzuhalten.

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