Pädiatrie

Freispruch für Amalgamfüllungen

SEATTLE / WATERTOWN (hub). Zahnfüllungen aus Amalgam schaden offenbar nicht der Entwicklung von Kindern. Zwei Vergleichsstudien haben jetzt ergeben: Intelligenz und Gedächtnis sind bei Kindern mit Amalgamplomben ähnlich gut wie bei Kindern, die Kunststoff-Füllungen erhalten.

Veröffentlicht: 20.04.2006, 08:00 Uhr

Der Frage der Neurotoxizität von Amalgamfüllungen sind jetzt Wissenschaftler aus den USA in zwei Studien nachgegangen (JAMA 295, 2006, 1775 und 1784): In der einen Studie wurden 534 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren fünf Jahre lang beobachtet.

In der anderen Studie wurden über sieben Jahre Daten von 507 Acht- bis Zehnjährigen erhoben. Wurden Füllungen nötig, erhielt jeweils eine Hälfte der Kinder Amalgam- und die andere Hälfte Kunststoff-Füllungen (sogenannte Composites).

Mit den Kindern wurden am Ende umfangreiche neuropsychologische Tests gemacht. Getestet wurden Intelligenz, Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Koordinationsfähigkeit.

Beide Forscherteams fanden hier keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen von Kindern. In einer der Studien wurde auch die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen - ohne Unterschiede in den beiden Gruppen.

Der Quecksilberwert im Urin war bei Kindern mit Amalgamfüllungen in beiden Studien höher. Unterschiede in der Nierenfunktion gab es jedoch keine.

Die Furcht vor Schäden durch Amalgam sollte kein Kriterium für die Auswahl der Füllung sein, so die Forscher. Zudem halten Amalgam-Füllungen länger als solche aus Kunststoff: In der Amalgamgruppe wurden im Mittel zwei neue Füllungen notwendig, in der Compositegruppe drei.

Bereits 2004 wurde eine Studie bei Erwachsenen veröffentlicht (wir berichteten). Amalgamfüllungen waren demnach nicht mit Depressionen, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen assoziiert.

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